Regional Wirtschaft

Pilotprojekt für bessere Feuchtigkeit von Ackerböden

Ackerböden
Schonende Bodenbearbeitung wird immer wichtiger. Foto: Philipp Schulze/dpa

Um Bodenabtragung zu verhindern und Feuchtigkeit besser in den Ackerböden zu halten, haben acht Thüringer Landwirte mit einem speziellen Bodenbearbeitungsverfahren begonnen. Dabei werden jeweils nur schmale Streifen aufgelockert, in die direkt das Saatgut gegeben wird. „Nach den vergangenen Dürresommern ist es höchste Zeit, über wasser- und CO2-sparende Anbaualternativen in der Landwirtschaft nachzudenken“, sagte Umweltstaatssekretär Olaf Möller zum Start des Pilotprojekts. Das schone langfristig auch den Geldbeutel der Landwirte, so Möller.

Mit der Streifen-Bodenbearbeitung könne ein großflächiges Umpflügen der Ackerböden vermieden werden, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. Nachteile des herkömmlichen Umbrechens fielen weg. So werde etwa weniger von der beim Umpflügen von unten nach oben geholten wertvollen Erde vom Wind weg geweht. Auch verdunste weniger Feuchtigkeit, die mit der Erde beim herkömmlichen Umpflügen an die Bodenoberfläche geholt werde.

In verschiedenen Bundesländern wurde die Technik bereits bei unterschiedlichen Gemüsesorten getestet. Betriebe in verschiedenen Regionen des Freistaats Türingen beteiligten sich an dem Pilotprojekt. diese liegen in Mechterstädt (Landkreis Gotha), Hildburghausen, Dermbach (Rhön) (Wartburgkreis), Dittersdorf (Saale-Orla-Kreis), Zeulenroda-Triebes (Landkreis Greiz), Windehausen (Landkreis Nordhausen) und in Großrudestedt (Landkreis Sömmerda). Insgesamt gehe es um 700 Hektar Boden, hieß es aus dem Ministerium.

Das Ministerium unterstützt das auf vier Jahre angelegte Projekt zunächst mit 60.000 Euro. Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft geht davon aus, dass im Zusammenhang mit dem Klimawandel die Häufigkeit von Starkregen und Trockenperioden ansteigen wird. Damit gewinnt das Wasserspeichervermögen der Ackerböden und der Schutz vor Bodenabtragungen zunehmend an Bedeutung. (dpa)