Genossenschaften Wirtschaft

Agravis gibt sich robust

Agravis
Die Agravis-Vorstände illustrieren am Schiffsanleger des genossenschaftlichen Futtermittelwerks in Münster die aktuellen Bilanzzahlen. Foto: AGRAVIS Raiffeisen AG

Die Agravis Raiffeisen AG ist robust durch das Geschäftsjahr 2020 gekommen. Das Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen schloss das Jahr 2020 mit einem leicht verringerten Gesamtumsatz von 6,39 Milliarden Euro ab. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 30,5 Millionen Euro. „Nach den Einmal-Belastungen des vergangenen Jahres bestätigen die Zahlen, dass die Agravis ihren Kurs konsequent umsetzt“, bekräftigte Agravis-Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff. „Die Zahlen sind alles in allem zufriedenstellend“, so sein Resümee.

Denken und handeln in Lösungen

Für das kommende Jahre rechnet er mit einem ähnlichen Umsatz und Gewinn. „Wir gehen davon aus, dass sich die Branche weiter konsolidieren wird“, sagte Schulte-Althoff. „Die Zahlen zeigen auch aus meiner Sicht, dass die Agravis die verschiedenen Herausforderungen positiv angeht“, erklärte Agravis-Vorstand Dr. Dirk Köckler. „Wir denken und handeln in Lösungen.“ Dazu gehöre unter anderem der konsequente der Weg der Digitalisierung. Ein Kernprojekt dabei sei eine einheitliche Warenwirtschaft. „Das ist derzeit unsere größtes Investitionsprojekt“, erklärte Köckler. „Unsere Bereitschaft in Steine zu investieren, ist dagegen geringer geworden.“ Um das Geschäft von morgen abzuschließen, seien weitere organisatorische Veränderungen notwendig. Das Ziel seinen schlanke, effiziente Strukturen.

Neu bei der Agravis: Mit der GiG Geflügelintegration GmbH will die Agravis den Markt für Geflügelfutter stärker durchdringen. Das Unternehmen tritt als Konzeptentwickler und Dienstleister für das Geflügelmanagement auf. Landwirte sollen künftig Konzepte für die Geflügelwirtschaft aus einer Hand bekommen. In elf Futtermittelwerken prouziert Agravis aktuell rund 500.000 Tonnen Geflügelfutter im Jahr. Entsprechendes soll bei der Biovis Agrar geschehen. Die Serviceleistungen für die biologisch wirtschaftende Landwirtschaft soll ausgebaut werden. Dies ist ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie der Agravis, mit der sich das Unternehmen an den NAchhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert.orientiert.

Pandemie bleibt eine Herausforderung

Auch in diesem Jahr sei Durchhaltevermögen gefragt, bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie auch Kunden. „Aus dem Homeoffice ist ein Schlepper nicht zu reparieren“, sagte Köckler. Die Landwirtschaft habe durch die Coronapandemie als systemrelevant an Wertschätzung gewonnen. Die ausreichende Warenversorgung, regionale Produkte, Direktvermarktung, heimische Ware standen plötzlich im Rampenlicht. Da viele Verbraucherinnen und Verbraucher sich auch selbst wieder ans Säen und Ernten im heimischen Garten wagten, sei das Verständnis für die heimische Landwirtschaft gestiegen. Insgesamt habe die Entwicklung gezeigt: „Landwirtschaft ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung.“ Allerdings werde das nicht immer so gesehen: „Was nicht geklappt hat, ist Wert und Wertschätzung in Einklang zu bringen.“ Der anhaltende Preiskampf im Lebensmittelhandel zeige dies beispielhaft. In Hinblick auf die aktuelle politische Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft appellierte Köckler, die Landwirte nicht mit zu viel Regulatorik zu überziehen.