Regional

Aktiv für den Klimaschutz

Umweltfreundlicher Strom: Die Genossenschaft betreibt mit Erfolg Photovoltaikanlagen in der Region.

„Unsere Kunden wollen sich aktiv im Umweltschutz engagieren. Sie suchen Möglichkeiten zur ökologischen und regionalen Geldanlage“, sagte Dr. Wolfgang Baecker, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland eG, am 2. Juni 2009. An diesem Tag wurde die Photovoltaik-Genossenschaft SonnenRegion Westmünsterland eG gegründet.

Auch zehn Jahre später hat die Idee nicht an Attraktivität verloren. Viele Menschen suchen eine Geldanlage, mit der sie die Umwelt schonen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Bilanz der Solarstrom-Genossenschaft kann sich sehen lassen: Mit acht Photovoltaik-Anlagen in der Region hat die Genossenschaft 2018 rund 992.000 Kilowattstunden Strom erzeugt, das entspricht dem Stromverbrauch von 248 Haushalten mit vier Personen, und hat dabei 595.300 Kilogramm CO2-Emissionen vermieden.

Hohe Nachfrage nach Mitgliederanteilen

„Die Nachfrage nach den Mitgliederanteilen war von Anfang an hoch“, erinnert sich Matthias Nötzel, Vorstand der Genossenschaft. Und so ging am 18. Dezember 2009 die erste Anlage in Weseke mit einer Nennleistung von 24 Kilowatt Peak (kWp) in Betrieb. Wenige Tage später, am 29. Dezember, folgte die Photovoltaik-Anlage in Dülmen mit 44 kWp. „Trotz Schneefalls setzte damals der Installationsbetrieb alles dran, damit die Anlage noch 2009 ans Netz gehen konnte. Denn es galt, sich die damals besonders attraktiven Einspeisevergütungen zu sichern“, so Nötzel.

2010 folgte dann am 29. Juni die Anlage in Südlohn mit einer Kapazität von 21 kWp. Nur einen Tag später nahm die Genossenschaft die Anlage auf einem Gebäude der Kreishandwerkerschaft Coesfeld in Betrieb. Mit einer Kapazität von 148 kWp war sie die bisher größte im Bunde. Am 2. April 2011 ging schließlich die Photovoltaik-Anlage in Burlo mit einer Größe von rund 16 kWp ans Netz, ein paar Tage später in Velen eine Anlage in gleicher Größenordnung. Noch im gleichen Jahr konnte die Genossenschaft die Anlage auf einer Freifläche in Coesfeld mit 630 kWp in Betrieb nehmen, sodass sich die die aktuelle Gesamtleistung auf 906 kWp beziffert.

Neunte Anlage geht 2019 in Betrieb

Wegen geänderter Einspeisevergütungen folgte danach nur noch die Übernahme einer bestehenden Anlage in Gescher. Doch nun wird wieder investiert: „Noch in diesem Jahr entsteht die neunte Anlage der Genossenschaft SonnenRegion Westmünsterland eG“, kündigt Nötzel an: In Gescher am Campus ist eine Photovoltaik-Anlage mit einer Größe von fast 40 kWp geplant.

Nicht nur ökologisch, auch wirtschaftlich rechnen sich die Anlagen: 2018 erzielte die Genossenschaft durch die Stromproduktion Erlöse in Höhe von 259.000 Euro. Nach Abschreibungen, Aufwendungen und Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von 56.500 Euro. Anteilseigner können daher mit einer Dividendenzahlung in Höhe von sieben Prozent rechnen.

Bestehende Anlagen stehen im Foku

Auch das laufende Jahr ist laut Nötzel bislang sehr erfreulich verlaufen: Die bisherige Produktion liege um etwa 85.000 kWh über der Planung und um etwa 14.000 kWh im Vergleich zum Vorjahreswert. Mit der reduzierten Einspeisevergütung wird die Investition in neue Anlagen in unserem Pachtmodell immer schwieriger, erklärt Nötzel: „Deswegen wollen wir uns in Zukunft stärker darauf konzentrieren, bestehende Anlagen zu erwerben, wenn sich die Möglichkeit ergibt.“