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Anleger sitzen Coronakrise aus

Geldanlage
Laut Anlegerbarometer von Union Investment bleiben die deutschen Sparer gelassen. Foto: Pixabay

Trotz der Coronapandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten gehen knapp 7 von 10 Anlegerinnen und Anleger (69 Prozent) davon aus, dass sich bei den eigenen finanziellen Verhältnissen in den kommenden sechs Monaten nichts ändern wird (Vorquartal: 72 Prozent). Die Zahl derer, die optimistisch in die Zukunft schauen, steigt im Vergleich zum zweiten Quartal dieses Jahres um 7 Prozentpunkte. Sie liegt mit 19 Prozent in etwa so hoch wie vor der Pandemie. Die Pessimisten befinden sich auf dem Rückzug, ihr Anteil liegt bei 12 Prozent.

Anders schätzen die Befragten die gesamtwirtschaftliche Situation für Deutschland ein. Hier hat sich die Zahl derer, die an gleich bleibende Verhältnisse glauben, in den letzten 6 Monaten fast halbiert. Sie beträgt nun nur noch 25 Prozent. Beinahe zwei Drittel rechnen mit einer Verschlechterung, optimistisch schauen 13 Prozent in das nächste halbe Jahr. Dies sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

„Dieser Blick auf die deutsche Konjunktur deckt sich auch mit unserer volkswirtschaftlichen Einschätzung. Es gibt aber ermutigende Anzeichen, dass der Tiefpunkt hinter uns liegt. Die Konjunkturerholung hat begonnen, wird aber dauern“, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Mit Blick auf das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturprogramm befürworten mehr als drei Viertel der Befragten, dass Zukunftstechnologien besonders gefördert werden sollen.

Sparer bleiben ihren Anlagen treu

Trotz der Pandemie und der eingetrübten wirtschaftlichen Entwicklung im Land ist das Vertrauen in die unbaren Zahlungsmöglichkeiten groß. Nur 10 Prozent der Befragten möchten mehr Bargeld zu Hause aufbewahren als vor der Coronakrise. Für die meisten ist dies jedoch überhaupt keine Option. 15 Prozent haben zwar darüber nachgedacht, ihr Verhalten aber nicht geändert. Auch ihren derzeitigen Geldanlagen bleiben die meisten Sparerinnen und Sparer treu. Fast zwei Drittel (62 Prozent) ziehen keine Umschichtungen in Betracht. „Die deutschen Sparerinnen und Sparer haben in der Coronazeit Ruhe bewahrt. Dies ist in den ersten Monaten der Pandemie so gewesen und hat sich nun bis in den Herbst in gleicher Weise fortgesetzt“, kommentiert Gay die Ergebnisse.

Entsprechend unverändert bleiben die Top-Sparziele: Altersvorsorge (81 Prozent) und eine Rücklage für Notfälle (79 Prozent) stehen bei den Deutschen weiterhin im Fokus. Bei der Sparform bleiben Immobilien (72 Prozent), die Betriebsrente (64 Prozent) und Gold (47 Prozent) die Lieblinge der Anlegerinnen und Anleger hierzulande. Auf Rang 4 landen Aktien (42 Prozent), dicht gefolgt von Investmentfonds (37 Prozent) auf Rang 5.

Männer sind bei Aktienanlagen mutiger

Das Interesse an chancenreichen Anlagen ist leicht gestiegen. Aktuell halten 42 Prozent der Befragten es grundsätzlich für sinnvoll, zumindest einen kleineren Teil ihres Geldes beispielsweise in Aktien zu investieren. Allerdings sind die Männer bei der Aktienanlage mutiger als Frauen. 51 Prozent der männlichen Befragten können sich vorstellen, sich für eine Geldanlage zu entscheiden, die auch Aktien enthält. Unter den befragten Frauen bejahten dies nur 28 Prozent. „Für alle, die sich nicht täglich mit einzelnen Aktien beschäftigen möchten, ist ein Aktienfonds eine gute Möglichkeit, an den Chancen der Kapitalmärkte zu partizipieren. Der Einstieg mittels eines Sparplans ist übrigens für fast die Hälfte unserer Befragten attraktiv“, erläutert Gay.

Gute Unternehmensführung und Ökologie sind wichtig

Als Voraussetzung für eine Geldanlage in einzelne Aktien sagen insgesamt 81 Prozent der Anleger, dass sie gerne mehr über die Aktiengesellschaft wissen möchten, bevor sie investieren. 72 Prozent möchten allgemein mehr über Aktien wissen. Am wichtigsten ist den Befragten, dass das Unternehmen verantwortungsvoll und nachhaltig gemanagt wird. Hier sehen viele Anlegerinnen und Anleger noch Luft nach oben, denn 68 Prozent sind der Meinung, dass deutsche Unternehmen derzeit ökologische Kriterien nicht ausreichend berücksichtigen. 60 Prozent erkennen Defizite bei der sozialen Verantwortung. „Diese Anforderungen sind ein klarer Auftrag an uns als Vermögensverwalter“, betont Gay. Daher spreche Union Investment als aktiver Manager solche Defizite in vielen Gesprächen mit Vorständen börsennotierter Unternehmen an und beobachte sehr genau, wie Aktiengesellschaften hier aufgestellt sind.