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Bayrische VR-Banken sind auch 2018 gewachsen

Genossenschaftsbanken bayern
Die bayrischen Genossenschaftsbanken erwarten auch für 2019 Gutes. Foto: GVB

Die bayerischen Genossenschaftsbanken sind auch 2018 gewachsen. Sowohl im Privat- als auch im Firmenkundensegment legten die Kreditgenossenschaften zu, wie der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) beim Bilanzpressegespräch in München bekannt gab. Dadurch erhöhte sich die addierte Bilanzsumme der 236 Mitgliedsinstitute um 7,5 Mrd. Euro (4,7 Prozent) auf 167,6 Mrd. Euro.

„Die Genossenschaftsbanken haben ihre starke Marktposition im Freistaat ausgebaut. Getragen von der guten Konjunkturlage sind die Institute gemeinsam mit ihren Kunden gewachsen. Insbesondere der Mittelstand hat investiert und entsprechend Kredite abgerufen. Die Sparer legten bei ihren genossenschaftlichen Hausbanken mehr Einlagen als in der Vergangenheit auf die hohe Kante. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken haben 2018 eine gute Entwicklung genommen“, kommentierte GVB-Präsident Jürgen Gros den Geschäftsverlauf. Die Institute zählen im Freistaat 6,5 Mio. Kunden. Davon sind 2,7 Mio. Mitglieder und somit Miteigentümer.

Mitgliedsbanken steigern Kredit- und Einlagenbestand

Die deutliche Zunahme der Kundengelder im Lauf des vergangenen Jahres zeigt das unverändert hohe Vertrauen der Kunden in die genossenschaftlichen Regionalbanken. Die von den Instituten verwalteten Einlagen wuchsen trotz der marktbedingt niedrigen Sparzinsen stärker als im Vorjahr. Sie stiegen zum 31. Dezember 2018 um 5,9 Mrd. Euro (4,8 Prozent) auf 130,1 Mrd. Euro. Unter Berücksichtigung von Geldern, die bei Partnerunternehmen wie Union Investment oder der Bausparkasse Schwäbisch Hall angelegt sind, betreuten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken zu diesem Stichtag Anlagen im Wert von 209,0 Mrd. Euro (+6,5 Mrd. Euro, +3,2 Prozent). Grund für den Zuwachs ist insbesondere die gestiegene Sparquote der Privathaushalte, die zum Jahresende mit 10,3 Prozent den höchsten Stand seit 2008 erreichte.

Vr Banken in Bayern

Mehr Kredite als im Vorjahr

Den Bestand an ausgereichten Krediten steigerten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken 2018 um 5,9 Mrd. Euro (6,1 Prozent) auf 102,4 Mrd. Euro. Wachstumsmotor war wie schon 2017 das Geschäft mit mittelständischen Kunden, denen die Banken zum Jahresende Kredite in Höhe von 53,2 Mrd. Euro (+3,8 Mrd. Euro, +7,6 Prozent) zur Verfügung gestellt hatten. Das Wachstumstempo im Bau- und Immobiliengeschäft war weiterhin hoch, hat sich aber gegenüber dem Vorjahr verlangsamt. Dafür nahmen die an Betriebe aus anderen Branchen – wie dem Agrarsektor, dem Handel oder dem Verarbeitenden Gewerbe – ausgereichten Darlehen stärker zu als 2017. „Das Kreditwachstum im Firmenkundenbereich steht auf breiter Basis. Erstmals seit 2012 haben die Institute in sämtlichen Branchen mehr Kredite ausgereicht als im Jahr zuvor“, hob GVB-Präsident Gros hervor.

Erfreulich entwickelten sich auch die über Verbundunternehmen an Kunden vermittelten außerbilanziellen Kredite. Deren Bestand nahm um 1,5 Mrd. Euro (11,1 Prozent) auf 14,7 Mrd. Euro deutlich zu. Dieser Zuwachs ist vor allem auf die große Nachfrage nach langlaufenden Baufinanzierungen zurückzuführen, die viele Volksbanken und Raiffeisenbanken in Kooperation mit Hypothekenbanken und Bausparkasse anbieten.

„Mit ihrem Kredit- und Einlagenwachstum knüpfen Bayerns Genossenschaftsbanken an die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der vergangenen zehn Jahre an“, sagte Gros bei der Bilanzvorlage. Seit 2008 erhöhten sie die verwalteten Bestände an Kundengeldern und Darlehen stärker als der Marktdurchschnitt und weiteten ihre Bilanzsumme um 47 Prozent aus. Deshalb kletterte allein der Marktanteil im Firmenkundenkreditgeschäft laut der aktuellsten Bundesbank-Statistik zum Halbjahr 2018 auf 20,6 Prozent. Der Marktanteil im Privatkundenkreditgeschäft erreichte 25,0 Prozent. Gros: „Genossenschaftsbanken sind fester und unverzichtbarer Partner von Mittelstand und Privathaushalten in Bayern.“


Ausblick: Weiteres Wachstum, aber Dynamik lässt nach

Für das laufende Jahr sind die Volksbanken und Raiffeisenbanken trotz der eingetrübten Konjunkturaussichten zuversichtlich. „Die ersten Monate sind ordentlich angelaufen“, sagte der Verbandspräsident. Der GVB rechnet 2019 mit fortgesetztem, aber weniger temporeichem Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft als 2018. Zudem wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende frühestens 2020 einläuten. „Das Zinsumfeld wird uns also noch eine Weile erhalten bleiben und die Ertragslage prägen“, so Gros.