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Chef und Staat unterstützen beim Vermögensaufbau

Richtig sparen mit vermögenswirksamen Lesitungen. Foto: Pixaby

Arbeitnehmer verschenken Millionen, indem sie vermögenswirksame Leistungen (VL) nicht nutzen. Das sollte nicht sein. Denn gerade VL-Sparverträge in Aktienfonds lassen neben den staatlichen Zulagen langfristig attraktive Erträge erwarten.Bundesweit stehen mehr als 20 Millionen Arbeitnehmern vermögenswirksame Leistungen zu. Doch etwa ein Drittel verzichtet darauf. Für diese rund sieben Millionen Menschen verfallen somit jedes Jahr rund 1,6 Milliarden Euro an Ansprüchen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Research Center for Financial Services in München für den Regionalatlas „Vermögenswirksame Leistungen“ der Fondsbank ebase. Erstaunlich ist, dass trotz der drohenden Rentenlücke so viele Menschen auf diese langfristige Form des Vermögensaufbaus verzichten. Dabei steht es jedem Arbeitnehmer zu, einen VL-Sparvertrag abzuschließen. Auch wenn der Arbeitgeber nichts dazugibt, können Arbeitnehmer die Sparraten als Eigenleistung vom Gehalt über den Arbeitgeber direkt in den VL-Sparvertrag einzahlen.

Gerade für Berufseinsteiger ist das interessant. Auch für die Altersvorsorge: Denn das Sparen über die vermögenswirksamen Leistungen kann über einen langen Zeitraum seine Ertragsstärke voll ausspielen. Grundsätzlich sollte jeder Arbeitnehmer, der noch keinen VL-Sparvertrag hat, kein Geld verschenken und bei seinem Arbeitgebern nachfragen, ob und wie viel er zuschießt. Bis zu 40 Euro monatlich kann der Arbeitnehmer auf einen VL-Fondssparplan einzahlen. In vielen Fällen übernimmt der Arbeitgeber den Sparbetrag komplett. Dies ist auch in Arbeits- und Tarifverträgen geregelt.

Was bringen VL-Verträge?

Zunächst einmal haben Sparer gute Chancen auf attraktive Erträge, wenn sie das Geld in einen Aktienfonds anlegen. Aktien weisen nachweislich eine langfristig attraktive Wertentwicklung im Vergleich zu Zinsanlagen auf. Ein VL-Sparvertrag wird für die Dauer von maximal sieben Jahren geschlossen, wobei die Einzahlungszeit sechs Jahre und die Ruhephase danach immer bis zum Jahresbeginn des Folgejahres dauert.

Sparer, die die Voraussetzungen erfüllen, erhalten zusätzlich die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Der Staat fördert Einzahlungen bis zu 400 Euro pro Jahr mit 20 Prozent beziehungsweise 80 Euro Arbeitnehmersparzulage. Das sind über die gesamte Laufzeit 480 Euro. Die Arbeitnehmersparzulage wird aber nur dann gezahlt, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen bei Ledigen 20.000 Euro und bei Verheirateten sowie eingetragenen Lebenspartnerschaften 40.000 Euro nicht übersteigt.

Anna Niehues, Filialleiterin Südlohn

Aktien weisen eine langfristig attraktive Wertentwicklung im Vergleich zu Zinsanlagen auf.

_Anna Niehues, VR-Bank-Westmünsterland

In einen Aktienfonds zu investieren ist einfach. Nach Abschluss eines Vertrags erhält der Sparer eine Information für den Arbeitgeber und gibt diese ab. Beachten sollten Sparer, dass nicht alle Aktienfonds auch als vermögenswirksame Leistungen zur Verfügung stehen. Und nicht für jeden ist ein Aktienfonds geeignet. Manche Anleger können und wollen die Risiken eines Aktienfonds nicht tragen. Renten- oder Mischfonds sind dann eine Alternative.

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