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Der Job als Schlüssel zur Integration

Wie Integration gelingen kann, darüber diskutierten Unternehmer in Borken. Foto: VR-Bank WML

Fachkräfte fehlen überall: Sei es im Handwerk, in der Gastronomie oder im Maschinenbau. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Flüchtlinge könnten in Zukunft mehr Jobs übernehmen und sich damit auch in die Gesellschaft integrieren. Das war auch das Thema des 8. Dialogs zur Fachkräftesicherung in Borken, der unter dem Motto „Für Integration – gegen Fachkräftemangel“ stand. Häufig sind sich Unternehmen aber unsicher, wie und ob sie Flüchtlinge überhaupt beschäftigen können. Der Dialog Fachkräftesicherung bot Unternehmern und Personalverantwortlichen in diesem Jahr die Möglichkeit, sich über Bespiele aus der Praxis zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Den rechtlichen Rahmen für die Beschäftigung von Flüchtlingen erläuterte Jens Wendland von der Stadtverwaltung Bocholt, der dort für den Bereich Zuwanderung und Aufenthaltsrecht zuständig ist.

Praktische Beispiele

Wie Integration in der Praxis funktionieren kann, stellten drei Unternehmen und der Integration Point der Agentur für Arbeit in Coesfeld vor. Neben der Firma Laudert aus Vreden und der Letter ServiceAgentur aus Coesfeld präsentierte die VR-Bank Westmünsterland die gelungene Integration von Diler Ito in ihr Unternehmen. Dabei absolviert der 28-ährige aus Syrien seit August 2018 eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Er kam 2015 als Flüchtling nach Coesfeld und besuchte zunächst für neun Monate einen Integrationskurs sowie einen Sprachkurs. Dabei konnte er erste Erfahrungen mit der deutschen Sprache sammeln. Der Kontakt des mittlerweile anerkannten Asylbewerbers zur VR-Bank Westmünsterland kam durch das Deutsche Rote Kreuz und einen ehrenamtlichen Begleiter zustande.

Ito startete im Januar 2017 bei der Bank mit einem sechsmonatigen Praktikum. Nachdem dieses für beide Seiten sehr gut verlief, absolvierte er hier eine einjährige Einstiegsqualifizierung. „Ich habe morgens Deutschkurse besucht und nachmittags in der Bank gearbeitet“, sagt Ito. Das war absolut hilfreich. Denn erst durch den Umgang mit Kunden wurde er mit der deutschen Sprache richtig vertraut: „Ich konnte hier sehr schnell meine Deutschkenntnisse verbessern“, sagt Ito. Ohne das tägliche Üben am Schalter oder am Telefon wäre das nicht möglich gewesen: „Sprachkurse sind gut für Grundlagen und Grammatik. Aber erst durch den Kontakt zu Menschen im Beruf kann ich Deutsch richtig anwenden“, so Ito. Am schwierigsten sei ihm am Anfang das Telefonieren und der Small Talk mit Kunden gefallen: „Die Angst und Hemmschwellen waren groß. Doch mittlerweile bin ich durch den täglichen Kundenkontakt sicherer geworden.“

Gelungene Integration

Nicht nur durch den Kontakt mit Kunden, auch durch den regelmäßigen Austausch mit Kollegen und anderen Auszubildenden ist der anerkannte Asylbewerber in Deutschland angekommen. „Dank der Ausbildung lernt Diler Ito viele Abteilungen kennen und kann sich im Unternehmen ein Netzwerk aufbauen“, sagt Greta Kersten, Personalentwicklerin bei der VR-Bank Westmünsterland. Auch wenn der Aufwand groß ist, da der Auszubildende auch durch die Personalabteilung begleitet wird, ist das ein Gewinn für beide Seiten: „Das Beispiel von Diler Ito zeigt, dass für eine gelungene Integration der Job und die Sprache die Basis sind. Das ist auch für uns als Bank eine positive Erfahrung.“

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