Regional VR-Bank

„Die Netzwerke im Westmünsterland sind intakt“

Große Herausforderung: Boris Testrot sieht in gelungenen Übergaben von Unternehmen eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre.

Seine neue Aufgabe übernimmt Boris Testrot in einem herausfordernden Umfeld: „Die Coronakrise überstrahlt alles und beherrscht die Gespräche mit Unternehmen“, sagt der neue Bereichsdirektor Firmenkunden der VR-Bank Westmünsterland. „Die Politik hat auf die Krise gut reagiert und schnell Hilfsprogramme aufgelegt“, hebt Testrot hervor.

Sie sind besonders wichtig für Branchen, die stark von der Pandemie betroffen sind wie die Gastronomie oder der stationäre Einzelhandel. Die anfänglichen Mängel der Programme wurden schnell korrigiert. So waren ursprünglich die Finanzierungshilfen mit vier Jahren Laufzeit gedacht, wurden dann aber auf zehn Jahre ausgedehnt.

„Die Programme sind an den Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet“, sagt der neue Bereichsdirektor. Die VR-Bank Westmünsterland übernimmt eine wichtige Rolle als fachkundiger Ratgeber bei der Auswahl der passgenauen Hilfsprogramme über staatliche Kreditangebote hinaus.

Krise stärkt vertrauensvolle Zusammenarbeit

„Die aktuelle Situation stärkt die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Hausbank und Mittelstand“, sagt Testrot. Die Bankmitarbeiter kennen die Unternehmen schon lange. „In solch einer Krise kommt es auf einen guten Kontakt an und das Wissen, dass ein Geschäftsmodell auch nach der Krise tragfähig ist.“

Die Pandemie ist eine Zeit, die der 41-jährige Bereichsdirektor so bisher noch nicht erlebt hat, bei der er aber auch Positives beobachtet: „Viele Unternehmen automatisieren derzeit Prozesse oder bauen den Onlinevertrieb aus, der immer wichtiger wird.“ Jetzt zeigt sich, wer seine Hausaufgaben gemacht hat. Auch nutzen Unternehmen immer häufiger Cloudlösungen, um unabhängig vom Standort arbeiten zu können. „Viele treiben jetzt die Digitalisierung weiter voran.“

Die Netzwerke sind intakt

Der neue Firmenkundenchef sieht die Region gut aufgestellt. Besonders jetzt bewährt sich die gute Kooperation zwischen Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Landkreisen und Banken: „Die Netzwerke im Westmünsterland sind intakt. Sie tragen dazu bei, die Schäden durch die Coronakrise so gering wie möglich zu halten und so auch viele Arbeitsplätze wie nur möglich zu erhalten.“

Testrot kennt das Firmenkundengeschäft aus dem Effeff. Bereits seit 20 Jahren arbeitet er im Kreditbereich und ist seit 2004 im Firmenkundenbereich bei der VR-Bank tätig, zuletzt als Prokurist und Bereichsdirektor Marktfolge.

Für Matthias Entrup, Vorstand der VR-Bank, ist er der ideale Bereichsdirektor für das Firmenkundengeschäft: „Durch seine jahrzehntelange Tätigkeit im Genossenschaftssektor, die kontinuierliche Weiterbildung sowie seine ausgeprägte Kundenorientierung bringt er alles mit, was in dieser exponierten Funktion gefordert ist.“

Er werde den Firmenkundenbereich mit Elan vorantreiben und ein verlässlicher Ansprechpartner für die Kunden sein. Ein wichtiges Thema, das der neue Bereichsdirektor vorantreiben möchte, ist die Übergabe von Unternehmen.

Nachfolge als wichtiges Thema

Die Zahl der Unternehmer, die in den kommenden Jahren einen Nachfolger suchen, steigt im Westmünsterland stark: „Für uns als Bank ist es wichtig, Unternehmer dabei umfassend zu begleiten und mehr zu bieten als nur Kredite“, sagt Testrot. Dafür hat die Bank auch ihre Expertise rund um die Nachfolge erweitert.

Boris Testrot mag an der Region nicht nur die Vielfalt der mittelständischen Unternehmen, er schätzt auch die hohe Lebensqualität und die Art des Umgangs untereinander: „Ich mag die zupackende Art der Menschen im Westmünsterland. Es wird nicht rumgejammert, sondern angepackt.“ Das hat ihn auch in den vergangenen Monaten beeindruckt: „Die Menschen helfen sich, in vielen Orten gibt es Einkaufshilfen für gefährdete Menschen. Das ist ein schönes Zeichen des Zusammenhalts.“