Studien

Die Stadt der Zukunft ist vernetzt

Smart Citys: Die Metropolen der Welt treiben die digitale Vernetzung voran. Foto: Pixabay

Der flächendeckende Einsatz digitaler Angebote kann die Lebensqualität in Städten spürbar steigern. In einer „Smart City“ sinken die tägliche Pendelzeit, die Kriminalitätsrate, das Müllaufkommen und die Luftqualität steigt, zeigt eine Studie von McKinsey. Von 50 Städten, die das McKinsey Global Institute (MGI) weltweit untersucht hat, ist die digitale Infrastruktur in New York, Singapur und San Francisco am weitesten fortgeschritten. Berlin und Hamburg liegen im unteren Mittelfeld.

„Viele große Städte leiden unter den gleichen Problemen: Tägliche Staus, knapper Wohnraum und steigende Umweltbelastung. Digitale Angebote können einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten“, sagt Gernot Strube, Seniorpartner von McKinsey in München und Co-Autor der Studie. „Erfolgreiche Smart-City-Strategien stellen den Bürger und die konkrete Verbesserung seiner Lebensqualität in den Mittelpunkt.“ Eine enge Kooperation von Stadtverwaltungen mit Unternehmen und Bürgern sei dafür notwendig. Denn immer mehr Smart-City-Anwendungen werden von privaten Akteuren vorangetrieben, die bis zu 60 Prozent der Gesamtinvestitionen beitragen.

Die 60 untersuchten Anwendungen versprechen Verbesserungen in vielen Aspekten des täglichen Lebens in der Stadt. Intelligente Verkehrssteuerung, Echtzeitinformationen für den ÖPNV und Smart Parking beispielsweise könnten nicht nur die Unterwegszeiten für Pendler um 20 bis 30 Prozent verringern, sondern auch die Umwelt entlasten. Das Klima in Städten würden auch intelligente Heizsysteme und Energienetze mit variablen Preissystemen verbessern. Nach Berechnungen des MGI wären beispielsweise die CO2-Emissionen um bis zu 15 Prozent zu verringern, der Wasserverbrauch um bis 30 Prozent, und es fällt bis zu 20 Prozent weniger Müll an, wenn Abfallgebühren nach dem tatsächlichen Volumen abgerechnet werden.

Chinesische Metropolen liegen vorn

„Städte mit hohem Pro-Kopf-Einkommen wie New York, San Francisco und Singapur liegen beim Einsatz von Smart-City-Lösungen vorne – aber auch die chinesischen Metropolen Peking, Shanghai und Shenzhen investieren massiv“, sagt Gernot Strube. Berlin und Hamburg liegen im Mittelfeld. Die technische Basis ist in beiden Städten ähnlich entwickelt, wobei Hamburg eine höhere Sensordichte aufweist, während Berlin mit einem umfangreichen Open-Data-Portal punktet und zudem leicht vorne liegt bei der Bekanntheit und Nutzung von Smart-City-Apps durch die Bürger. Strube: „Beide Metropolen schneiden in Sachen gesellschaftlicher Akzeptanz im globalen Vergleich unterdurchschnittlich ab – hier sind vor allem asiatische Städte mit ihrer jungen und technischen Lösungen gegenüber aufgeschlossenen Bevölkerung deutlich weiter.“