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DRV: Extreme auf allen Ebenen

Der Rückblick auf das vergangene Jahr ist stark vom Extremwetter geprägt. Foto:Pixabay

Die Folgen des heißen und trockenen Sommers haben im vergangenen Wirtschaftsjahr bei einigen genossenschaftlich orientierten Unternehmen zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt. Vielfach konnten sie jedoch abgefedert werden. Zu diesem Schluss kommt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) nach eigenen vorläufigen Schätzungen. Das Umsatzminus liegt bei 1,4 Prozent. Den Gesamtumsatz der 2.024 genossenschaftlich orientierten Unternehmen schätzt der Raiffeisenverband auf 62,1 Milliarden Euro (Vorjahr 63,0 Mrd. Euro).

„Die Dürre des vergangenen Sommers ist der entscheidende Faktor für diese Entwicklung“, sagte DRV-Hauptgeschäftsführer Henning Ehlers während der DRV-Bilanz-Pressekonferenz. „Die Ernten etlicher Mitglieder unserer Genossenschaften sind derart katastrophal ausgefallen, dass sie teilweise dringend auf staatliche Hilfen angewiesen waren. Das wirkt sich natürlich auf alle Sparten und die gesamte Wertschöpfungskette aus.“

Unsicherheit durch Brexit und GAP

Die wirtschaftlichen Aktivitäten der Genossenschaften werden auch durch die politischen Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen bestimmt. Sie sorgen zum Teil für erhebliche Unsicherheit in den Unternehmen. Auf europäischer Ebene sind dies vor allem die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2020 und die möglichen Folgen des Brexit. Aktuell ist es sehr fraglich, ob sich das Parlament noch vor der im Mai anstehenden Europawahl abschließend zur GAP positioniert. Beschlüsse der EU-Staats- und Regierungschefs zum künftigen mehrjährigen EU-Finanzrahmen dürften frühestens im Herbst dieses Jahres zustande kommen. Bei einem Beschluss über die künftige GAP erst im Jahr 2020 erscheint ein Inkrafttreten der neuen Regeln 2021, wie ursprünglich geplant, unrealistisch. Der DRV geht daher davon aus, dass – auch aufgrund des notwendigen zeitlichen Vorlaufs für die Landwirte und Verwaltung – die neue GAP erst 2023 in Kraft tritt.

Furcht for iungeordnetem Brexit

„Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem ungeordneten Brexit kommt, ist eher gestiegen. Dies betrachten wir mit großer Sorge“, so Ehlers. In dem Fall würden Zölle, erheblich mehr Bürokratie durch Zollformalitäten sowie Mehrkosten durch unterschiedliche Standards in der EU und Großbritannien den Handel mit dem Vereinigten Königreich erheblich erschweren und wirtschaftlich unattraktiver machen. Ehlers rechnet mit einer Umverteilung auf dem Markt: „Insgesamt dürften Exporte aus Deutschland nach Großbritannien – immerhin dem viertwichtigsten Abnehmerland – zurückgehen und gleichzeitig mehr Ware aus anderen EU-Ländern, die ursprünglich für den britischen Markt bestimmt war, auf den deutschen Markt umgeleitet werden. Die Folge dieser Verschiebung der Warenströme wäre ein deutlich höherer Preisdruck auf vielen Agrarmärkten.“

Herausforderungen auf vielen Ebenen

Die Diskussionen über die moderne Landwirtschaft in Politik und Gesellschaft, verschärfte Auflagen, wachsende Einflussnahme des Lebensmitteleinzelhandels auf die Wertschöpfungskette, Unsicherheiten im internationalen Handel sowie die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest brechen nicht ab: Die genossenschaftlich orientierten Unternehmen gehen mit Herausforderungen auf vielen Ebenen um. Als Folge geht der Deutsche Raiffeisenverband davon aus, dass Tierbestände sinken werden und sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft mit zunehmender Geschwindigkeit fortsetzen wird. „Die Perspektiven für das Jahr 2019 sind von Unsicherheiten geprägt“, schaut Ehlers voraus. „Das beginnt bei den Auswirkungen des Brexit, die sich immer noch nicht überblicken lassen und setzt sich unter anderem mit dem Umgang mit der betäubungslosen Ferkelkastration fort. Solche Unsicherheiten machen wirtschaftliche Planbarkeit zunichte und gefährden Arbeitsplätze.“

Die Diskussionen über die moderne Landwirtschaft in Politik und Gesellschaft, verschärfte Auflagen, wachsende Einflussnahme des Lebensmitteleinzelhandels auf die Wertschöpfungskette, Unsicherheiten im internationalen Handel sowie die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest brechen nicht ab: Die genossenschaftlich orientierten Unternehmen gehen mit Herausforderungen auf vielen Ebenen um. Als Folge geht der Deutsche Raiffeisenverband davon aus, dass Tierbestände sinken werden und sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft mit zunehmender Geschwindigkeit fortsetzen wird. „Die Perspektiven für das Jahr 2019 sind von Unsicherheiten geprägt“, schaut Ehlers voraus. „Das beginnt bei den Auswirkungen des Brexit, die sich immer noch nicht überblicken lassen und setzt sich unter anderem mit dem Umgang mit der betäubungslosen Ferkelkastration fort. Solche Unsicherheiten machen wirtschaftliche Planbarkeit zunichte und gefährden Arbeitsplätze.“