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Düngeverordnung oben auf der Agenda

Düngeverordnung
Voll Power: In acht Fermentern entsteht in der Agravis-Anlage in Dorsten Biogas aus Gülle und Mist. Foto: Nicole Ritter

Die Veränderungen als Chance begreifen – daran kann Agravis-Vorstand Hermann Hessler nur dringend appellieren. Denn die Veränderungen werden kommen – seien es die strukturellen, aber auch die behördlich verordneten. Damit Landwirte nicht im Behördendschungel untergehen, entwickelt die Agravis mit ihren Tochtergesellschaften verschiedenste Innovationen. Das Thema Düngeverordnung steht da gerade ganz oben auf der Agenda. Denn es geht darum, Emissionen zu verringern. Dabei hilft zunächst stickstoff- und phosphoroptimiertes Futter: „Mit unserem Fütterungskonzept ‚Zukunft Füttern‘ können wir nachweislich die Stickstoff- und CO2-Emmissionen um 20 Prozent senken“, berichtet Hessler. Erreicht wird dies, indem der Gehalt an Rohproteinen im Futter gesenkt wird und die Tiere weniger Harnstoff produzieren.

Viel Veredelung, viel Nitrat

Gülle werden die Tiere dennoch produzieren. Hier kommen mit der geänderten Düngeverordnung neue Nachweispflichten auf die Landwirte zu. Mit entsprechender Software kein Problem, sagt Steffen Schirrmacher-Rohleder, Geschäftsführer der Odas GmbH. Sie ermöglich es, die Fütterung zu managen und die Stoffströme und Nährstoffbilanzen in Echtzeit auszuweisen. „Viel Veredlung, viel Nitrat“, das weiß auch Schirrmacher-Rohleder, und rät Landwirten dringend, sich rechtzeitig damit zu beschäftigen, auf welche Weise sie die Gülle entsorgen könnten.

Innovative Biogasanlage

Den innovativen Umgang mit den Hinterlassenschaften aus den Tierställen praktiziert die Agravis seit 2015 in einer der größten Biogasanlagen Deutschlands in Dorsten. 300 Tonnen Gülle, Mist und nachwachsenden Rohstoffen verwandelt die Anlage jährlich in Biogas. Drei Viertel des Rohgases werden als Biomethan in das örtliche Erdgasnetz eingespeist, der Rest in Blockheizkraft zu Strom verwandelt und ebenfalls in das örtliche Netz eingespeist.