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E-Tankstelle in der eigenen Garage

E-Auto
Wo tanke ich mein E-Auto? Diese fragte stellt sich beim Umstieg. Foto: Adobe Stock

Noch sind es Exoten, doch der Markt wächst. Rund 67.500 Elektroautos wurden 2018 neu zugelassen, meldet der Verband der Automobilindustrie. Bis zum Jahr 2025 sollen es mehr als 100 Modelle quer durch alle Fahrzeugklassen sein. Auch das Netz an Ladestationen wächst: Rund 11.000 öffentliche E-Tankstellen gibt es bereits. Dennoch fragen sich viele Autofahrer, wie sie ihr E-Mobil zuhause laden können – denn dort würden sie am liebsten tanken, hat der Bundesverband E-Mobilität ermittelt.

Also einfach am Abend in die Steckdose stecken und dann am nächsten Morgen mit voller Batterie wieder losfahren? So einfach ist es leider nicht. An einer Haushaltssteckdose würde es bis zu zehn Stunden dauern, die Batterie eines Elektroautos vollständig zu laden. Außerdem wäre es gefährlich, denn die Ladeleistung ist zu hoch. Für die E-Tankstelle im eigenen Haus gibt es eine spezielle Ladestation, die sogenannte Wallbox, in verschiedenen Varianten zwischen 3,7 und 22 kW. Die Preisspanne reicht von 500 bis 2.500 Euro. Hinzu kommen die Installationskosten, die ein zugelassener Elektrobetrieb durchführen muss. Sinnvoll kann es außerdem sein, einen zweiten Stromzähler zu installieren, etwa, wenn man bei einem Firmenwagen die Energiekosten mit dem Arbeitgeber abrechnen kann oder günstigeren Nachtstrom nutzen möchte.

Am besten ist Ökostrom

Für Hausbesitzer gilt die Faustregel: Wird das E-Auto zuhause geladen, verdoppelt sich der Strombedarf eines Familienhaushalts. Kathrin Milich, Energieexpertin bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, rät, sich nach Fördermitteln zu erkundigen: „Einige Kommunen, Bundesländer und Energieversorger fördern die Einrichtung privater Ladestationen, wenn beispielsweise der Strom aus erneuerbaren Energien kommt.“

Ökostrom gilt ohnehin als ideal, am besten, wenn er von der eigenen Photovoltaik-Anlage kommt. So können Sie den selbst produzierten Strom, der im Haus nicht benötigt wird, für die umweltfreundliche Mobilität nutzen. Milich: „Wer über den Umstieg auf E-Mobilität nachdenken und sie mit der Stromerzeugung zuhause kombinieren will, sollte sich frühzeitig mit dem Energieversorger und lokalen Netzbetreibern in Verbindung setzen, um die individuell beste Lösung zu finden und den Strom möglichst günstig zu nutzen.“

Intelligente Zapfsäulen

Mit modernen Technologien wird auch das Auto Teil des Smart Homes. Wer eine private Ladestation installiert, sollte darauf achten, dass sie den Ladevorgang intelligent steuern kann. Damit lässt sich beispielsweise einstellen, dass nur dann Strom in die Autobatterie fließt, wenn wirklich die Sonne scheint oder der Stromtarif besonders günstig ist.

Bleibt die Frage: Lohnt sich der Umstieg schon heute oder sollte man noch warten? Stefan Lösch vom Frauenhofer-Institut für System und Innovationsforschung nennt drei Gründe, warum sich Verbraucher schon heute beim Kauf eines Neuwagens für ein E-Auto entscheiden sollten: „Bereits jetzt lassen sich E-Autos wirtschaftlich betreiben. Insbesondere bei Nutzung von eigenerzeugtem Photovoltaik-Strom. Zweitens muss der Fahrzeugnutzer sich keine Gedanken hinsichtlich zukünftiger Fahrverbote in luftverschmutzten Innenstädten machen und drittens ist er unabhängig vom stark schwankenden Spritpreis.“