Regional VR-Bank

Abschied aus dem Aufsichtsrat

Erich Kerkeling wurde mit der Ehrennadel in Gold des Genossenschaftsverbandes ausgezeichnet.

Verbundenheit und Loyalität sind für Erich Kerkeling keine Floskeln. Diese Eigenschaften haben sein Arbeitsleben geprägt. Mehr als 28 Jahre gehörte der Speditionsunternehmer aus Coesfeld dem Aufsichtsrat der VR-Bank Westmünsterland an. Er hat Zusammenschlüsse und das Wachstum der Bank mitgestaltet.

Mit Erreichen des 67. Lebensjahres war bei der Vertreterversammlung im April Schluss mit seiner Tätigkeit im Kontrollgremium. Er blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück: „Ich habe die Arbeit im Aufsichtsrat gerne gemacht, vermisse sie auch, aber jetzt bleibt mir mehr Zeit für Hobbys und andere ehrenamtliche Tätigkeiten.“

Engagement für andere Menschen

So auch für sein Engagement bei der Bruderschaft Ss. Fabianus et Sebastianus in Coesfeld, die er seit 20 Jahren unterstützt. Sie setzt sich für alte Menschen sowie Jugendliche ein, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Die Bruderschaft fördert zudem Einrichtungen, die der katholischen Kirche in Coesfeld verbunden sind. Seit 25 Jahren engagiert sich Kerkeling auch ehrenamtlich als Delegierter für den Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL).

Wichtige Eckpunkte seiner Arbeit im Aufsichtsrat der VR-Bank waren zwei Fusionen, aus denen die VR-Bank Westmünsterland hervorgegangen ist. Die Zusammenschlüsse waren markante Ereignisse: „Wir haben viel mit Mitarbeitern und Mitgliedern gesprochen. Wichtig war, dass mit den Fusionen keine Arbeitsplätze verlorengegangen sind.“

Wandel der Finanzbranche aktiv begleitet

Mit großem Interesse hat der Speditionsunternehmer den Wandel der Finanzbranche begleitet. Das wird er auch in Zukunft tun: „Aufgrund der Digitalisierung werden Filialen zwar nicht mehr so stark frequentiert, aber viele Menschen legen Wert auf einen persönlichen Kontakt. Die VR-Bank Westmünsterland ist mit ihrem dichten Filialnetz sehr gut aufgestellt.“

Die Finanzkrise von 2008 und 2009 nennt Erich Kerkeling im Rückblick als große Herausforderung: „Wir haben uns im Aufsichtsrat mit möglichen Szenarien beschäftigt und Vorsorge getroffen“, sagt Kerkeling. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hatte weltweit das Finanzsystem in den Grundfesten erschüttert. Die Folgen sind noch heute zu spüren: So haben die Notenbanken ihre Zinsen stark gesenkt. „Sparer tun sich schwer, ihr Geld noch attraktiv anzulegen. Da ist es für Banken eine anspruchsvolle Aufgabe, ihre Kunden zu begleiten und Alternativen anzubieten.“

Arbeit im Aufsichtsrat immer anspruchsvoller

Die Arbeit im Aufsichtsrat hat Kerkeling immer als bereichernd erlebt: „Ich konnte meine Erfahrungen als Familienunternehmer einbringen und habe selbst jede Menge gelernt.“ Über die Jahre sei die Arbeit im Kontrollgremium immer anspruchsvoller geworden, insbesondere weil die Aufsichtsräte mehr Verantwortung übernehmen mussten.

Wird sich Erich Kerkeling jetzt ganz aus dem Arbeitsleben zurückziehen? „Ruhestand ist kein Thema. Ich bin stark im Unternehmen verwurzelt und in die tägliche Arbeit eingebunden. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

Im Unternehmen nach wie vor aktiv

Erich Kerkeling arbeitet seit 1970 im Familienunternehmen, das bundesweit Baustoffe transportiert und seit 1987 leitet. Sein Sohn ist seit 2010 im Unternehmen tätig. Der Speditionsunternehmer ist froh, dass sein Sohn den Familienbetrieb fortführen wird. Kerkeling legt Wert auf Zusammenhalt. „Wir haben viele langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wissen ihre Treue zu schätzen.“

Derzeit beschäftigt sich Erich Kerkeling intensiv mit dem Bau einer Tankstelle und einer Lkw-Waschhalle auf dem Firmengelände. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.