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VR-Bank warnt vor Enkeltrick

Enkeltrick
Ein spezieller Geldumschlag soll Senioren vor Betrügern schtzen. Foto: VR-Bank WML

Ob Enkeltrick-Betrüger, Schockanrufer oder falsche Polizisten: Um solchen Straftätern einen Strich durch die Rechnung zu machen, setzen die Polizei und die VR-Bank Westmünsterland auf einen neuen Baustein. „Schützen Sie sich und Ihr Geld!“  In fett gedruckten Buchstaben steht diese Warnung auf einem neu entwickelten Geldumschlag, mit dem wir vor allem ältere Bankkunden für die Enkeltrick-Betrugsmasche sensibilisieren wollen.

Anruf unter Vorwand

Beim Enkeltrick rufen die Täter ältere Menschen unter dem Vorwand an, Verwandte (meistens Enkel oder Neffen) oder gute Bekannte zu sein. „Rate mal wer am Telefon ist?“ Dann täuschen sie einen finanziellen Engpass vor und bitten um hohe Bargeldbeträge. Sie schützen zum Beispiel einen Verkehrsunfall vor oder Behandlungskosten gegen eine Corona-Erkrankung. Durch mehrere Telefonanrufe in kurzer Zeit erhöhen die Anrufer den psychischen Druck auf ihre Opfer. Sie sind oft mit starken Appellen verbunden. „Hilf mir bitte!“ Die Täter bitten um absolute Verschwiegenheit gegenüber Dritten (zum Beispiel anderen Verwandten). Weil sie angeblich nicht selbst kommen können, vereinbaren sie mit den älteren Menschen ein Kennwort. Ein Freund oder Bekannter werde dieses nennen, wenn er als Bote das Geld abholt. In zahlreichen Fällen haben die älteren Opfer nach solchen Gesprächen hohe Geldbeträge von ihrem Konto abgehoben.

Falsche Polizisten

Eine andere Masche ist ebenfalls häufig. Die Anrufer geben sich fälschlicherweise als Polizisten aus und erklären, das Geld sei bei Bank oder Sparkasse nicht mehr sicher. Deshalb sollten die Angerufenen ihr Erspartes abheben und der „Polizei“ übergeben. Bei ihren Anrufen nutzen die Täter eine spezielle Technik, die auf der Telefonanzeige die Polizei-Notrufnummer 110 oder die Rufnummer des Polizeipräsidiums erscheinen lässt.

Mit solchen Machenschaften haben Betrüger in der Vergangenheit auch in unserer Region immer wieder hohe Geldbeträge erbeutet. Bereits jetzt leisten aufmerksame Mitarbeiter der Geldinstitute gute Präventionsarbeit. „Dank geschickt geführter Kundengespräche stoßen unsere Kolleginnen und Kollegen auf Verdachtsmomente. Sie alarmieren in solchen Fällen die Polizei“, berichtet Constanze Hillers, die bei der VR-Bank im Kundenservice tätig ist.

Geldumschlag zur Prävention

Der neue Geldumschlag ist ein weiterer Baustein dieser Präventionsarbeit. Er wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer dann eingesetzt, wenn Kunden ungewöhnlich hohe Bargeldbeträge abheben. Sie wirken dann in den Fällen effektiv, in denen die Kunden von den Tätern so angeleitet wurden, dass die Mitarbeiter der Geldinstitute keinen Verdacht schöpfen können und deshalb auch nicht, wie sonst üblich, die Polizei informieren.

  • Auf dem Umschlag befindet sich der Appell „Bitte beachten Sie die Sicherheits-Hinweise auf der Rückseite.“ Es sind insgesamt sechs Fragen aufgedruckt, die auf einen Betrug nach dem Prinzip Enkeltrick hinweisen:
  • Wurden Sie angerufen?
  • Sollen Sie das Geld noch heute übergeben?
  • Wurde Ihnen verboten, über den Grund der Abhebung zu sprechen?
  • Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Notar, Richter, etc. ausgegeben?
  • Sollen Sie das Geld an eine Ihnen unbekannte Person übergeben?
  • Sollen Sie etwas überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen?
  • Diesen Fragen folgt der klare Hinweis an die Senioren. Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, wählen Sie sofort die 110!

„Wir hoffen, mit Hilfe dieser Umschläge potenziellen Opfern in letzter Sekunde doch noch die Augen zu öffnen und eine Geldübergabe an die Täter verhindern zu können“, erklärt Ulrike Twiehoff, Kriminalhauptkommissarin der Abteilung Prävention/Opferschutz bei der Kreispolizei Coesfeld. Wer Fragen hat, wie er sich oder seine Angehörigen schützen kann, sollte sich unter der Rufnummer 02541/14 391 bei der Polizei melden und beraten lassen. Infos auch unter coesfeld.polizei.nrw und bei der VR-Bank Westmünsterland.