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Entscheidende Impulse für den Beruf

Max Kumpf ist Mitgründer der Schülergenossenschaft Stadtlohn. Foto: VR Bank Westmünsterland

In der Schülergenossenschaft „Halbzeit“ der Losbergschule Stadtlohn lernen Jugendliche, ein Unternehmen zu managen.Es begann 2011 mit Brötchen und Kakao, die Schüler der Losbergschule in Stadtlohn in der Frühstückpause verkauften. Eine Idee, die ankam: Das Schülerprojekt ist eine Erfolgsgeschichte und heute aus dem Schulalltag kaum mehr wegzudenken. Etwa 100 Kunden kommen täglich an den Kiosk. „Das Interesse war so groß, dass wir unser Sortiment schnell erweitert haben und auch Hefte oder Tintenkiller anboten“, sagt Max Kumpf, der seit 2011 gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Felix Spoltmann beim Pausenkiosk mitarbeitete und 2013 mit ihm die Geschäftsführung übernahm.

Wie im richtigen Leben

Von der Idee bis zur Umsetzung war es jedoch ein weiter Weg. Denn wie bei jeder Unternehmensgründung gab es erst einmal viel zu organisieren: Waren einkaufen, Mitarbeiter gewinnen, ein Kassenbuch anlegen, die Buchhaltung planen, aber auch Einstellungsgespräche führen oder Dienstpläne erstellen. Ein Engagement, das Zeit kostet: Allein Max Kumpf brachte als Geschäftsführer mindestens acht Stunden pro Woche für das Projekt auf. Auch der Umgang mit Bargeld und der Kasse wollte gelernt sein, schließlich ging es darum, jeden Tag alle Waren in ausreichender Anzahl vorrätig zu haben. Ohne eine gute Planung funktioniert da nichts.

Der heutige Student hat von dieser Zeit enorm profitiert: „Das waren wichtige Erfahrungen und ich habe viel über mich gelernt“, erzählt Max Kumpf. Er war gefordert, unternehmerisch aufzutreten und Abläufe professionell zu organisieren. „Wie in einem richtigen Unternehmen, nur kleiner“, sagt Kumpf heute. So ging es auch darum, das Angebot immer attraktiver zu gestalten. Dabei entstand die Idee, einen Wursttag einzuführen: „Die Brühwurst im Brötchen wurde zum Verkaufsschlager. Innerhalb von 20 Minuten verkauften wir oft bis zu 150 Würstchen“, erinnert sich Kumpf.

Aufträge außerhalb der Schule

Der Service war auch über die Pausen hinaus gefragt: Für Kooperationspartner wie die Stadt Borken ein Catering auf die Beine zu stellen gehörte ebenfalls zu den Aufträgen. Aber es gab auch unangenehme Pflichten. Dazu zählten für Max Kumpf, Abmahnungen zu schreiben oder eine Kündigung auszusprechen. Aus dem Schülerunternehmen wurde später die Schülergenossenschaft mit Namen Halbzeit. Max Kumpf war dort zunächst im Vorstand tätig und später, nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, im Aufsichtsrat vertreten. Die Genossenschaft hat sich nachhaltigen Zielen verpflichtet. Schüler sollen wirtschaftlich denken lernen und sich gemeinsam für nachhaltige Ideen einsetzen.

Gewinne fließen zurück

Mit fünf Euro können Schüler, Eltern und Lehrer Mitglied der Genossenschaft werden und auch mitentscheiden. Der Gewinn des Unternehmens wird komplett für Aktionen, Projekte und Programme der Schüler verwendet wie beispielsweise Studienfahrten. Mit der VR-Bank Westmünsterland hat die Schülergenossenschaft einen verlässlichen Partner, der sie berät und ihr ein Buchhaltungsprogramm zur Verfügung stellt.

Sein Engagement in der Schülergenossenschaft hat Max Kumpf entscheidend bei seiner Berufswahl beeinflusst: „Ich habe gemerkt, dass ich ein Team führen und auch Ansprachen vor Leuten halten kann.“ Eine positive und prägende Erfahrung: „Mir hat die Arbeit in meiner Persönlichkeitsbildung geholfen und mir Selbstbewusstsein gegeben“, lautet Kumpfs heutiges Fazit.

Nach der Fachoberschulreife hat Max Kumpf 2017 das Fachabitur Wirtschaft und Verwaltung abgelegt. Er kann sich vorstellen, in Zukunft als Unternehmensberater zu arbeiten, Projekte mitzugestalten und Unternehmen dabei zu begleiten, ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Auch der Nachhaltigkeitsgedanke hat Kumpf geprägt: Er studiert inzwischen im dritten Semester nachhaltiges Wirtschaften an der Universität Bochum. Das Engagement bei der Schülergenossenschaft hat dazu die Weichen gestellt.

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