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Glasfaser: Ausbau geht weiter

Glasfaser
Netzausbau: Die Gemeinden im Kreis Borken investieren 67 Millionen Euro. Foto: Pixabay

Ob Homeoffice, virtuelle Lernplattformen, Videospiele oder die Lieblingsserie: Die Coronazeit hat das Breitbandnetz im Kreis Borken stark belastet. Viele Menschen in der Region haben im Homeoffice gearbeitet, und auch Kinder haben mehr Zeit zu Hause verbracht. Entsprechend wurde das Internet in Anspruch genommen.

Das Netz hat der außergewöhnlichen Belastung standgehalten. Das zeigen erste Gespräche, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) mit den regionalen Anbietern geführt hat. Auch die laufenden Ausbauarbeiten des Glasfasernetzes in den Außenbereichen wurden während des Lockdowns mit kleineren Einschränkungen wie geplant fortgesetzt.

So geht der Glasfaserausbau im Kreis Borken auch in Coronazeiten mit großen Schritten voran. Während in der Vergangenheit die Glasfaseranbindung von Ortsteilen und Gemeinden echte Meilensteine darstellten, steht seit vielen Monaten die Anbindung der Außenbezirke mit hochleistungsfähigen Glasfaserlösungen im Fokus.

Gemeinden investieren 67 Millionen Euro

Dafür stehen große Investitionen an. Mit der Übergabe von Zuwendungsbescheiden in Höhe von insgesamt 67 Millionen Euro für 13 Städte und Gemeinden wurde in den Jahren 2017 und 2018 ein wichtiger Meilenstein besiegelt. Die Gemeinde Schöppingen engagiert sich seit der ersten Stunde in dem Förderprojekt. Aktuell werden hier die ersten Anschlüsse geschaltet und in Betrieb genommen.

Bürgermeister Franz-Josef Franzbach zeigt sich äußerst zufrieden und freut sich über den guten Projektfortschritt und die Einhaltung des Zeitplans trotz Einschränkungen. Auch Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus und Partner der Stadt Ahaus beim Netzausbau mit Glasfaser, berichtet von einem guten Verlauf des Projekts. Zwar sei es zu Beginn der Pandemie aufgrund der Kontaktsperre zu Umstellungen in den Arbeitsabläufen mit den lokalen Partnern gekommen, aber die Arbeiten gingen wie geplant weiter.

Sowohl Bürgermeister Franz-Josef Franzbach als auch Karl-Heinz Siekhaus sehen damit dem Zeitplan und dem weiteren Ausbau optimistisch entgegen. Da die geförderten Projekte in der Regel innerhalb von zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein müssen, können voraussichtlich schon dieses Jahr die ersten Kommunen ihre Ausbauarbeiten im Außenbereich erfolgreich beenden. Von den laufenden Förderprojekten profitieren aktuell rund 8.000 Hausanschlüsse, die schon bald auf Bandbreiten von mindestens 100 Mbit im Down- und Upload zugreifen können.

Höhere Anschlussquote als im Bundesschnitt

Allein durch die Förderprojekte wird der Kreis Borken so bei der Versorgung mit zukunftsfähigem Glasfaser einen Sprung von 34 auf 40 Prozent verzeichnen, während die Versorgungsquote im Bundesdurchschnitt aktuell rund 10 Prozent beträgt. Für Landrat Dr. Kai Zwicker zahlen sich damit die Anstrengungen der vergangenen Jahre aus: „Der Kreis Borken hat sich schon vor mehr als 10 Jahren für einen nachhaltigen Breitbandausbau mit Glasfaserstrukturen eingesetzt. Heute trägt dieses Engagement Früchte und wird für die lokale Wirtschaft wichtiger denn je.“

Dank der flächendeckenden Versorgung mit Glasfaser in den Außenbereichen wird nicht nur ein wichtiger Meilenstein in der Breitbandentwicklung erreicht, sondern es werden auch wichtige Weichen für die zukünftige digitale Transformation gestellt. „Durch die Bemühungen regionaler Unternehmen – wie die örtlichen Stadtwerke – konnte ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region gehalten und sogar ein positiver wirtschaftlicher Effekt für den Kreis Borken erzielt werden“, resümiert WFG-Geschäftsführer Dr. Heiner Kleinschneider.

Die WFG und der Kreis Borken sehen aber auch weitere Entwicklungspotenziale; insbesondere auch in dem flächendeckenden Glasfaserausbau der größeren Städte sowie in der Anbindung an das Mobilfunknetz. Weiterhin laufen aktuell auf kommunaler Ebene Projekte, um bestehende Lücken in der Anbindung der Schulen und Gewerbegebiete zu schließen, wie Katharina Reinert, Bereichsleiterin Breitband bei der WFG und Lara Telaar, Gigabitkoordinatorin des Kreises, betonen.