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Immobilien: günstig in die Verlängerung

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Günstige Konditionen: Die Zinsen bleiben für längere Zeit auf einem niedrigen Niveau. Das sollten Immobilienbesitzer nutzen.

Die Finanzierung einer Immobilie ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf über 20 bis 30 Jahre. Zu Beginn ihrer Finanzierung lassen sich viele Kreditnehmer die Zinsen jedoch nur für 10 oder 15 Jahre festschreiben. Am Ende der Zinsbindung ist oft eine Restschuld übrig und eine Anschlussfinanzierung wird fällig. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich die zurzeit niedrigen Zinsen für die zweite Etappe zu sichern.

Wer sich rechtzeitig um eine günstige Anschlussfinanzierung kümmert, kann viel Geld sparen und schneller schuldenfrei werden. „Bauherren, die vor 10 Jahren noch für rund 4 bis 5 Prozent finanziert haben, können sich jetzt freuen“, sagt Schwäbisch Hall-Baufinanzierungsexperte Ralf Oberländer. „Sie kommen bei der Finanzierung ihrer Restschuld inzwischen deutlich günstiger weg.“

Das gilt auch, wenn damals eine Zinsbindung von 15, 20 oder mehr Jahren für die Immobilie vereinbart wurde: Dank Sonderkündigungsrecht kann jeder Darlehensnehmer nach 10 Jahren aus seinem bisherigen Vertrag aussteigen. Welche Art der Anschlussfinanzierung dann in Frage kommt, hängt davon ab, wann die Zinsbindungsfrist ausläuft.

Maximal 6 Monate bis Ablauf der Zinsbindung: Anschlussdarlehen

Endet die Zinsbindung des Baukredits innerhalb der nächsten 6 Monate, können sich Anschlussfinanzierer die derzeit niedrigen Zinsen mithilfe eines Sofortdarlehens für die restliche Finanzierung sichern. Mit dem Sofortdarlehen lösen die Kreditnehmer den Restbetrag des alten Darlehens ab.

7 bis 60 Monate bis Ablauf der Zinsbindung: Forward-Darlehen

Mit einem Forward-Darlehen können sich Bauherren die niedrigen Zinsen von heute bis zu 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung sichern. Nach Angaben der Marktforscher von Statista schlossen zuletzt rund zwei Fünftel der Anschlussfinanzierer ihr zweites Darlehen im Voraus ab.

Am Ende der festgelegten Vorlaufzeit wird das Darlehen ausgezahlt. „Die Konditionen für das Darlehen stehen für die gesamte Laufzeit fest“, erläutert Oberländer. „Für jeden Monat bis zur Auszahlung des Darlehens wird allerdings ein Zinsaufschlag fällig. Dieser liegt derzeit meist bei rund 0,02 Prozentpunkten pro Monat.“

Ablauf der Zinsbindung in einigen Jahren: Bausparvertrag

Wer im Laufe der Immobilienfinanzierung finanziellen Spielraum hat, kann einen Bausparvertrag in Höhe der Restschuld ansparen. Oberländer erklärt: „Bis zum Ende der Zinsbindung sollten mindestens 25 Prozent der Bausparsumme eingezahlt sein. Dann kann das Bauspardarlehen über die Wahlzuteilung den alten Kredit ablösen.“ Extra-Tipp: „In jedem Fall sollten Anschlussfinanzierer die staatlichen Förderungen nutzen“, rät Oberländer.

„Mit Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester sind Kreditnehmer schneller schuldenfrei.“ Der Baufinanzierungsberater prüft, auf welche Förderungen Anspruch besteht und wie sie sinnvoll bei der Finanzierung der Immobilie eingesetzt werden können.