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ifo-Bildungsbarometer: Für gleiche Chancen sorgen

Bildungsgerechtigkeit
Gleiche Chancen für alle in der Bildung - für die Deutschen ein erstrebenswertes Ziel. Foto: Pixabay

Die Deutschen unterstützen Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit. Das ist das Ergebnis des neuesten ifo-Bildungsbarometers, für das 4.000 Bundesbürger befragt wurden. Eine besonders hohe Zustimmung findet zum Beispiel der Ausbau von Stipendienprogrammen für einkommensschwache Studierende mit 83 Prozent.

Gebührenfreie Kindergärten

Weiter sind 78 Prozent für die staatliche Übernahme von Kindergartengebühren. 67 Prozent halten die Einführung einer Kindergartenpflicht für ein sinnvolles Instrument, um Ungleichheit abzumildern. Für eine spätere Aufteilung auf weiterführende Schulen nach der 6. Klasse plädieren 61 Prozent, für eine Erhöhung staatlicher Ausgaben für Schulen mit Schülern aus benachteiligten Verhältnissen 81 Prozent.

64 Prozent finden, dass Lehrer, die viele Kinder aus benachteiligten Verhältnissen unterrichten, höhere Gehälter bekommen sollten. Die Einführung eines Ganztagsschulsystems befürworten 56 Prozent. Nur bei der Frage nach einem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Lernschwächen fällt die Zustimmung geringer aus, 44 Prozent sind dafür, 41 Prozent dagegen.

Förderung mit der Gießkanne

„Trotz der hohen Zustimmungsraten für Maßnahmen gegen Ungleichheit spricht sich die Mehrheit der Deutschen dafür aus, zusätzliche Mittel gleichmäßig wie mit der Gießkanne zu verteilen, statt sie gezielt für benachteiligte Gruppen zu verwenden. Dies kann möglicherweise den Kampf gegen die Bildungsungleichheit erschweren“, sagt Forscher Philipp Lergetporer vom ifo Zentrum für Bildungsökonomik. Die Gießkanne bevorzugen 66 bis 76 Prozent der Deutschen, je nach abgefragtem Bildungsbereich, von den Kitas bis zur Hochschule. Zudem denken 85 Prozent der Befragten, dass ein hoher Bildungsabschluss eher von eigener Anstrengung als von äußeren Umständen abhängt. Gleichwohl halten 60 Prozent die Ungleichheit zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund für ein ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem.

Umstrittene Studiengebühren

Das „Gute-Kita-Gesetz” findet mit 83 Prozent sehr hohe Zustimmung, wobei die zusätzlichen Mittel am ehesten für geringere Gebühren (56 Prozent), höhere Gehälter der Erzieherinnen und kleinere Gruppen (jeweils 52 Prozent) eingesetzt werden sollen. Während sich keine klaren Mehrheiten für oder gegen reguläre Studiengebühren ergeben (45 Prozent dafür, 43 Prozent dagegen), befürworten 66 Prozent der Deutschen Studiengebühren nach dem Studium in Abhängigkeit vom dann erzielten Einkommen.