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Immobilienmarkt: In Großstädten sind die Märkte liquider

Gewrbeimmobilien in Großstädten wie am Düsseldorfer Mediahafen sind sehr gefragt. Foto Michael Gaida, Pixabay

Der aktuelle Immobilenkmarktbericht der DZ Hyp ordnet das Geschehen in den Großstädten ein. Axel Jordan, Bereichsleiter Gewerbekunden Mittelstand und Verbund der DZ Hyp, zu den Einzelheiten.Warum sind Immobilien-Anlagen in den Großstädten trotz sinkender Renditen immer noch so attraktiv?

Das liegt in erster Linie daran, dass Großstädte, insbesondere die Metropolen, angesichts umfangreicher Marktdaten über eine höhere Transparenz sowie eine breitere Nutzernachfrage verfügen. Die Märkte sind liquider, sodass Immobilien schneller vermarktet werden können. Das bietet Anlegern insgesamt mehr Sicherheiten. Für Investoren sind gleichzeitig aber auch regionale Standorten von Interesse, da Immobilien hier weniger schnell umgesetzt werden, die Preise stabiler und die Renditen höher sind.

Und was erwarten Sie, wenn die Zinsen steigen?

Wenn die Zinsen wieder steigen, dürfte die Nachfrage nach Immobilien verhaltener werden. Das liegt daran, dass auch alternative Anlageformen wieder interessant sind. Am langen Ende bleibt aber abzuwarten, wie stark die Zinssteigerungen die Entwicklungen auf den Immobilienmärkten beeinflussen. Substanzielle Auswirkungen auf die Immobilienpreise erwarten wir dennoch nicht, weil sich diese aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnraum bzw. Dienstleistungsflächen fundamental erklären lassen. Hier spielen nicht nur zinspolitische, sondern auch konjunkturelle Einflüsse eine große Rolle.

Ist der Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt durch Maßnahmen, wie sie aktuell diskutiert werden – etwa Gratis-Grundstücke von der BImA für Sozialen Wohnungsbau -, entgegenzuwirken?

Die Vergaberichtlinien für Grundstücke des Bundes, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) veräußert, sind bereits 2015 geändert und jetzt noch einmal gelockert worden. Die damit geförderte Abgabe von Bauland zu einem Preis unterhalb des Verkehrswerts soll den sozialen Wohnungsbau ankurbeln und dazu beitragen, dass Kommunen mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen. Das ist angesichts des aktuellen Wohnraummangels ein wichtiges Anliegen und aus unsere Sicht ein durchaus gangbarer Weg. Allerdings wird diese Einzelmaßnahme nicht ausreichen, um die Lage entscheidend zu verbessern.

Axel Jordan ist Bereichsleiter Gewerbekunden Mittelstand und Verbund bei der DZ Hyp. Foto: DZ Hyp

Sie berichten von der niedrigsten Leerstandsquote bei Büroimmobilien seit 20 Jahren – wird in den Großstädten dem Wohnraummangel ein Büroraummangel folgen?

Die Leerstandsquote liegt im Durchschnitt der sieben Top-Standorte heute nur noch bei 3,7 Prozent – Tendenz weiter fallend. Zugleich ist die Neubautätigkeit insgesamt gesunken, die Nachfrage nach modernen, flexibel zu nutzenden Flächen aber nach wie vor hoch. Wir haben daher bereits heute einen Büroraummangel. Unserer Einschätzung nach wird sich der Markt kurz- bis mittelfristig nicht entspannen. Allerdings gibt es einige Unwägbarkeiten: Wie entwickelt sich der Trend zu den neuen und flexibleren Arbeitswelten wie Co-Working oder die steigende Tendenz zum Home Office? Einfluss auf die Entwicklung hat natürlich auch hier, wie bereits oben beschrieben, die Konjunktur. Eine Abschwächung dürfte sich negativ auf die Büroflächennachfrage auswirken.

Wenn der Druck auf die Städte bleibt – wie wirkt sich das auf das Umland aus?

Hier muss man nach Büro- und Wohnimmobilien unterscheiden. Dienstleistungsbetriebe sind erheblich stärker auf städtische Infrastrukturen angewiesen und können nur in begrenztem Maß auf Stadtrandlagen oder ländliche Regionen ausweichen. Von daher dürften Büroimmobilien von der Entwicklung nicht substanziell profitieren. Wohnobjekte hingegen sind auch im Umland von Metropolen attraktiv, sofern die Standortqualität und die Verkehrsanbindung passen. Damit gewinnt das Umland insbesondere bei Wohnimmobilien zunehmend an Bedeutung.