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Krise ändert Verhalten

Verhalten
Zuhause, in den sozialen Medien unterwegs, um die eigene Gesundheit besorgt: Diese Themen bewegen die Menschen weltweit. Foto: Gerd Altmann/Pixabay

Die Menschen bleiben in Verbindung – und wenn es digital ist. Mit der zunehmenden Ausbreitung der Pandemie steigt der Medienkonsum über alle Kanäle hinweg. Das zeigt eine internationale Studie, die das Marktforschungsinstitut Kantar in der zweiten Märzhälfte in 30 Ländern durchführte. Die Menschen nutzen weltweit deutlich mehr da Internet, sehen fern und kommunizieren über die sozialen Medien. Auch im Alltag ändern sie ihr Verhalten deutlich.

WhatsApp profitiert unter allen Social-Media-Anwendungen am stärksten, die Zahl der Nutzer ist um 40 Prozent gestiegen. Spanien verzeichnete einen 76-prozentigen Anstieg in der für WhatsApp aufgewendeten Zeit. Die Gesamtnutzung von Facebook ist um 37 Prozent gestiegen. China verzeichnete einen 58-prozentigen Anstieg bei der Nutzung lokaler Social-Media-Anwendungen, darunter WeChat und Weibo.

Traditionelle Medien genießen hohes Vertrauen

Traditionellen landesweiten Nachrichtenkanälen (Rundfunk und Zeitung) wird das größte Vertrauen entgegengebracht. 52 Prozent der Menschen nennen sie als „vertrauenswürdige“ Informationsquelle. Websites von Regierungsbehörden sehen 48 Prozent der Menschen als vertrauenswürdig an. Nur 11 Prozent der Menschen vertrauen Social-Media-Plattformen als Informationsquelle, was auch den Vertrauensverlust bei den Jüngeren widerspiegelt.

Auch andere Änderungen im Verhalten zeigen sich weltweit deutlich: Die Mehrheit der Menschen vermeidet unnötige soziale Kontakte und isoliert sich freiwillig zuhause. Viele spüren persönliche Auswirkungen, auch auf ihr Einkommen, oder erwarten diese.

Drei von zehn (29 Prozent) in den G7-Ländern Befragten berichten davon, dass ihr persönliches Einkommen bereits durch das Coronavirus beeinflusst wird. Vor allem in Italien (37 Prozent) und den USA (36 Prozent) ist dies der Fall. Fast drei Viertel der Menschen in den G7 (73 Prozent) sind (sehr) besorgt, dass ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet ist. Mehr als vier Fünftel (82 Prozent) sorgen sich dabei um die Gesundheit von Familienangehörigen oder Menschen aus dem eigenen Freundeskreis. In Italien sind es sogar 93 Prozent.

Die öffentliche Zustimmung zur Reaktion der Regierung ist in Italien am höchsten, also dem Land, in dem die Auswirkungen des Virus auf die öffentliche Gesundheit derzeit unter den G7-Staaten am stärksten sind. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der italienischen Bevölkerung stimmen den staatlichen Maßnahmen der italienischen Regierung (sehr) zu.

Kritik an der internationalen Zusammenarbeit

Die Kooperation zwischen den Ländern wird weltweit im Vergleich zum Verhalten der eigenen Regierung deutlich seltener als gut bezeichnet. In Kanada (71 Prozent), den USA (65 Prozent) und Großbritannien (62 Prozent) ist wie in Frankreich (54 Prozent) eine Mehrheit der Auffassung, dass die Zusammenarbeit (sehr) gut ist.

Nicht der Fall ist dies in Deutschland (45 Prozent), Italien und Japan (je 37 Prozent). Besonders in Italien ist es bedauerlich, dass sich eine breite Mehrheit der Bevölkerung internationalen Verhalten im Stich gelassen fühlt.

Am häufigsten sind die Bürgerinnen und Bürger in Kanada, Deutschland und Großbritannien sind der Auffassung, dass die öffentliche Versorgung in ihrem Land sichergestellt ist und sie für die Krise gut aufgestellt sind. Die Bevölkerung in Frankreich ist dagegen am skeptischsten.