Regional Unternehmen

Masken als Verkaufsschlager

Stadlohner Modedesigner: Leandro Lopes ist mit seinem Unternehmen auf Wachstumskurs.

Leandro Lopes stellt normalerweise hochwertige Mode her. Damit ist der Stadtlohner seit fünfeinhalb Jahren erfolgreich. Doch die Coronakrise brachte auch sein Geschäftsmodell in Schwierigkeiten.

Schließlich wurden nicht nur die Produktionsanlagen für seine Schuhe in Portugal geschlossen, auch die Geschäfte, in denen er seine Produkte verkauft, waren seit März für mehrere Wochen dicht.

„Wir saßen mehrere Tage mit unserem Team zusammen und haben uns den Kopf darüber zerbrochen, wie wir als Gewinner aus dieser Krise hervorgehen können“, sagt der 33-Jährige.

Maske schützt nicht nur vor Viren

„Denn uns war klar, dass der Verkauf von Schuhen über klassische Kanäle erst einmal nicht funktionieren wird.“ Die Lösung: Schutzmasken. Damit hatte er einen guten Riecher, noch bevor die Maskenpflicht im Zuge der Coronapandemie in Deutschland eingeführt wurde.

Für den Modemacher schützt eine Maske aber nicht nur vor Viren: „Die Zweckmäßigkeit war uns von Anfang an wichtig. Dennoch spielt auch das Design eine tragende Rolle. Vor allem unsere modischen Kunden legen Wert auf eine Kombination aus beide Aspekten.“ Die Masken entwickelten sich zum Verkaufsschlager.

Lopes liefert Masken in der Region an den FC Schalke 04, an Krankenhäuser und Pflegeheime. Auch bei seinen modebewussten Kunden kamen die Masken gut an. Sie sind dann anders gestaltet, tragen den Namen Leandro Lopes oder das Kürzel LL. Die Kunden sind bereit, zwischen 25 und 50 Euro für solch einen Mundschutz zu bezahlen. Mit den Masken konnte Lopes einen zusätzlichen Umsatz von 10 Millionen Euro erzielen. „Das liegt weit über unseren Erwartungen.“

Ein modisches Accessoire

Für den Modemacher ist klar, dass Masken keine Eintagsfliege sind: „Der Mundschutz ist ein modisches Accessoire und wird sich in Zukunft weiter in der Modewelt festigen.“ Damit könnten Menschen ihre eigene Individualität zum Ausdruck bringen. „Dabei ist es egal, ob es sich um eine Designermaske von Leandro Lopes oder um die handgenähte Variante von Oma handelt“, sagt der Designer.

Leandro Lopes, der 1993 mit seinen Eltern aus Portugal nach Stadtlohn kam, hat die Liebe zu Schuhen mit der Muttermilch aufgesaugt, beschäftigten sich doch aus seine Eltern mit der Herstellung von Schuhen. Schon mit 13 Jahren hatte er erstmals Schuhe verkauft. Die Leidenschaft für Schuhe machte er auch ohne Ausbildung später zu seinem Beruf.

Dabei war ihm schon früh klar, dass er sich auf das Luxussegment konzentrieren möchte. Und wie gelingt es einem Stadtlohner, zu einem bekannten Modedesigner zu werden? „Es ist egal wo der Firmensitz ist. Wichtig für uns sind Netzwerke mit prominenten Fußballern wie Jérôme Boateng. Als wichtige Social Influencer machen sie unsere Produkte bekannt“, erklärt Lopes.

Gute Kontakte zu prominenten Fußballern und Musikern

Die sozialen Netzwerke sind heutzutage die beste Werbung für neue Produkte. Dabei war es nicht einfach, dieses Netzwerk aufzubauen. So hat er freundschaftliche Kontakte zu den Profifußballern von Bayern München, Borussia Dortmund, dem FC Liverpool oder Inter Mailand aufgebaut sowie zu Künstlern aus der Musikszene wie Jason Derulo, Lil, Pump, Migos, Capital Bra, Juju oder Sido. Das hat Jahre gedauert.

Ein Paar Schuhe aus der Serienproduktion von Leandro Lopes kosten gut 260 bis 550 Euro. Er stellt aber auch Unikate her, die er maßgeschneidert und individuell anpasst. Das teuerste Paar Schuhe, das er anbietet, ist aus Rochenleder gefertigt, mit Diamanten versehen und kostet 169.000 Euro.

Erst neulich verkaufte er ein Paar Schuhe aus Pythonleder an den Boxer Floyd Mayweather für 26.900 Euro. Die Übergabe erfolgte bei einer Fashion-Show mit bekannten Fußballern und Schauspielern in Düsseldorf. Hohe und steigende Preise schrecken nicht ab, sondern tragen dazu bei, das Image einer Marke zu steigern, erklärt Lopes. So erhöhe zum Beispiel Rolex die Preise seiner Uhren jedes Jahr um 8 Prozent.

Traum von eigenen Shops

Und wie vertreibt Lopes seine hochwertigen Schuhe? „Sie müssen die Schuhe in einem anspruchsvollen Umfeld anbieten, das den Kunden auch ein Einkaufserlebnis bietet.“ Zu den Geschäften, die die Schuhe der Marke Leandro Lopes verkaufen, zählen zum Beispiel die Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin oder Oberpollinger in München.

Aber auch der eigene Onlineabsatz ist wichtig. Lopes träumt davon, seine Schuhe in Zukunft in eigenen Shops unter seinem Namen zu verkaufen. Dann wäre er angekommen in der Liga der Luxushersteller, die mit eigenen Shops in den Toplagen der Großstädte residieren.