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Mit dem VR-FinanceCampus die Finanzen kontrollieren

Ehrenamtliches Engagement: Lorena Hagen vermittelt beim VR-FinanceCampus gemeinsam mit acht Auszubildenden in Schulklassen Know-how.

Wenn es ums Geld geht, können Jugendliche schnell den Überblick verlieren. Spiele und Apps für Smartphones verführen dazu, viel auszugeben. Fast zwei Drittel der unter 25-Jährigen, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, konnten ihre Rechnungen bei Telekom-Anbietern nicht mehr bezahlen.

„Wir haben immer wieder gemerkt, dass viele Jugendliche mit finanziellen Fragen überfordert sind und sich damit nicht auseinandersetzen“, sagt Elisa Iltingreuke, Auszubildende bei der VR-Bank Westmünsterland.

Auszubildende entwickeln Kurs

Dafür hat die Gruppe mit dem VR-FinanceCampus ein Seminar entwickelt, der in drei Schulstunden finanzielles Wissen anschaulich aufbereitet. „Wir geben den Schülerinnen und Schülern in den Kursen praktische Tipps, die sie im Alltag anwenden können“, sagt Iltingreuke.

Die Inhalte sind so konkret wie möglich. „Unser Ziel ist, dass Jugendliche ein Gefühl für ihre Ausgaben und Einnahmen entwickeln und so die Kontrolle über ihr Budget behalten“, so Iltingreuke. Denn gerade beim Smartphone laufen die Finanzen schnell aus dem Ruder.

Einnahmen und Ausgaben planen

Deswegen stellen die Auszubildenden den Schülern mit dem VR-FinanceCampus einen Einnahme- und Ausgabeplan vor, um schnell zu erkennen, was sie sich leisten können und was nicht. In den Workshops werden auch Apps empfohlen, mit deren Hilfe sie ihre Ausgaben und Einnahmen einfach erfassen können.

Schüler können schon früh ein Gefühl entwickeln, wie viel ihnen mit Taschengeld oder durch einen Job im Monat zur Verfügung steht und was sie sich dafür leisten können. „So können Jugendliche vermeiden, schon früh in die Schuldenfalle zu geraten“, macht Kollegin Lorena Hagen deutlich.

Ausgaben im Detail durchrechnen

In dem dreistündigen Workshop erklären die Auszubildenden auch den Unterschied zwischen Brutto und Netto und rechnen vor, was der Traum vom eigenen Auto kostet. Sie kalkulieren gemeinsam mit den Schülern, mit wie viel Geld für die Anschaffung zu rechnen ist, was Versicherungen kosten und was für den laufenden Unterhalt einzuplanen ist.

Um die VR-FinanceCampus so aktiv wie möglich zu gestalten, beziehen sie auch soziale Medien ein: So können die Schülerinnen und Schüler über die Plattform Mentimeter mit ihrem Smartphone direkt teilnehmen und anonym abstimmen.

Am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld hatten die Azubis ihre Feuertaufe bei einer zwölften Klasse zu bestehen. Dort stellte sich heraus, dass Jugendliche vor allem bar und mit Karte bezahlen – das Smartphone ist derzeit noch eher die Ausnahme.

Sehr gutes Feedback

Die Resonanz auf den VR-FinanceCampus ist durchweg positiv. Die Schüler lobten die verständliche und klare Darstellung des vermeintlich trockenen Themas Finanzen. Und auch von Seiten der Lehrer war das Feedback sehr gut. Ihnen bleibt angesichts zeitlich vollgepackter Lehrpläne kaum Zeit, ihren Schülern finanzielles Know-how zu vermitteln. Das zeigen auch immer wieder internationale Vergleiche, in denen Deutschland relativ schlecht abschneidet.

Die Organisation für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD hat im Pisa-Test zum Beispiel gefragt, wie Zinsen berechnet werden. Nur jeder Zehnte der 15-jährigen Schüler aus Deutschland konnte diese Frage richtig beantworten.

Enormer Bedarf in den Schulen

Der Bedarf an finanzieller Bildung ist groß. Diese Erkenntnis nehmen die Auszubildenden aus den ersten Seminaren mit. „Es war eine spannende Erfahrung, vor einer Klasse zu stehen und Schülerinnen und Schülern Tipps rund ums Geld und das erste Auto geben zu dürfen“, sagt Hagen. Die neun Azubis haben den Workshop im Rahmen des Projekts Ehrenamt gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. „Wir empfinden das auch als Bestätigung, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Wir können Menschen in all ihren vielfältigen Fragen zu ihren Finanzen beratend zur Seite stehen.“