Finanzen Sparen & Anlegen

Niedrigzinsen: Geldvermögen schrumpfen

Niedrigzinsen
Das Sparen gerät ins Schwanken. Foto: Steve Buissinne/Pixabay

Nach aktuellen Berechnungen der genossenschaftlichen Zentralbank DZ Bank beträgt die Einbuße der privaten Haushalte gegenüber einem für den Zeitraum 1999 – 2009 ermittelten Normalzinsniveau von 2,3 Prozent insgesamt 331,6 Milliarden Euro. Durch die wieder gestiegenen Inflationsraten schrumpft spätestens seit 2017 sogar der reale Wert des Geldvermögens. Im laufenden Jahr dürfte den Berechnungen zufolge der Wertverlust bei 47 Milliarden Euro liegen.

Realer Wertverlust

„Die EZB gefährdet zunehmend die Altersvorsorge. Denn die steigende Inflation trifft vor allem den Durchschnittsparer. Besonders betroffen sind gerade die unteren Einkommensklassen, bei denen die Bankeinlagen beim Geldvermögen dominieren“, beklagt Ralf W. Barkey vom Genossenschaftsverband – Verband der Regionen. „Bei einem monatlichen Sparbetrag von 100 Euro und einer Verzinsung von 0,1 Prozent bleiben dem Anleger bei einer Inflationsrate von 1,6 Prozent zum Jahresende real nur 1.182 Euro. Schon ohne Berücksichtigung von Zinseszinseffekten hätte er binnen 10 Jahren einen realen Wertverlust von 180 Euro auf das netto angesparte Kapital.“

Der Trend zu sicheren und liquiden Anlagen, für die dieses Szenario realistisch ist, hält bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet unvermindert an: Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres verzeichneten sie bei den Einlagen einen Mittelzufluss von 8,2 Mrd. Euro auf 343,6 Mrd. Euro. Das ist ein Zuwachs um 2,5 Prozent. Gegenüber Mai 2018 beträgt das Plus sogar fast 6 Prozent. 

Private Altersvorsorge gefährdet

„Sparen muss sich wieder lohnen“, fordert Barkey. „Der Gesetzgeber muss dafür Rahmenbedingungen schaffen, welche die private Altersvorsorge auf Basis von Sparplänen in Aktien oder Fondssparplänen steuerlich fördern und dem Sparer Rechtssicherheit bis ins Rentenalter garantieren. Der Sparerfreibetrag könnte dafür so aufgebaut werden, dass er den Sparern bei der Auflösung der jahrelang für den Aufbau der Altersvorsorge genutzten Kapitalanlagen zur Verfügung steht.“ Da der Staat durch die Nullzinspolitik viel Geld spare, könne er entsprechende Mittel bereitstellen, um einer späteren Überforderung durch geschwundenes Geldvermögen entgegenzuwirken. „Es ist an der Zeit, dass den Sparern etwas zurückgegeben wird“, resümiert Barkey.