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Restaurants leiden nach wie vor unter der Pandemie

Restaurants
Zurück in die Normalität: Nach der Wiederöffnung freuen sich Gastronomen, wenn sich die Tische wieder füllen.

Andreas Haselhoff brauchte in der Coronakrise mehr Geduld als seine Kolleginnen und Kollegen in anderen Landkreisen. Denn der Besitzer des Hotel-Restaurants Haselhoff in Coesfeld musste eine Woche länger warten, bis er sein Restaurant wieder öffnen konnte. Wegen der gehäuften Coronafälle in Coesfeld hat das Land Nordrhein-Westfalen die Wiedereröffnung von Restaurants im Kreis erst ab dem 18. Mai erlaubt.

Der Familienbetrieb im Herzen von Coesfeld leidet wie andere Häuser unter der wochenlangen Schließung. Ein vorübergehender Abhol- oder Lieferdienst kam für Andreas Haselhoff nicht infrage: „Im Pappkarton leidet der Geschmack unserer Speisen. Das war für uns keine Alternative“, erklärt er.

Hotelbetrieb auf Sparflamme aufrechterhalten

Außerdem ließe sich solch ein Service auch nicht kostendeckend betreiben. Immerhin konnte er während der coronabedingten Schließung den Hotelbetrieb auf Sparflamme aufrechterhalten. Von den 50 Betten des Hauses waren aber maximal nur fünf belegt.

„Das ist ein Service für Unternehmen in Coesfeld, die schon lange bei uns Kunde sind“, sagt Haselhoff. Zu den Gästen zählten auch Geschäftsreisende, die in der Coronakrise Reparaturen in Krankenhäusern vornahmen.

Nur eine Mitarbeiterin von Haselhoff arbeitete während der Schließung. Alle anderen musste er in Kurzarbeit schicken. „Das tut mir sehr leid, auch weil unsere Mitarbeiter eine enge Bindung zu unserem Betrieb haben.“ Aber um zu überleben, sei Kurzarbeit unverzichtbar.

Der Hotelier und Gastronom hat den großen Vorteil, dass das Hotel-Restaurant Familienbesitz ist und daher keine Pachtkosten anfallen. „Da habe ich es schon besser als viele Kollegen. Aber die Kosten für den Unterhalt des Hauses laufen einfach weiter.“

Betrieb langsam wieder hochfahren

Er fährt den Betrieb langsam wieder hoch. Abhängig von der Nachfrage holt er Mitarbeiter entsprechend aus der Kurzarbeit zurück. Mit zunehmender Nachfrage will Haselhoff dann wieder alle Mitarbeiter beschäftigen: „Wir kommunizieren unkompliziert in einer WhatsApp-Gruppe miteinander und können schnell reagieren“, betont Haselhoff.

So sehr sich Haselhoff über die Wiedereröffnung der Gastronomie gefreut hat, ein mulmiges Gefühlt bleibt schon. Denn auch in Restaurants gelten strenge hygienische Auflagen. „Die Menschen müssen mit Masken an den Tisch und dürfen sie erst dort wieder abnehmen.“

Strenge Regeln für Gäste

Beim Gang auf die Toilette sind sie wieder anzulegen. „Daran müssen sich die Gäste gewöhnen.“ Außerdem müssten sie Namen und Telefon hinterlassen, damit sich mögliche Infektionsketten nachverfolgen ließen.

Und klar ist auch: Den Umsatz, den Haselhoff mit seinem Hotel-Restaurant vor der Krise erzielte, wird er so schnell nicht wieder erreichen. Das liegt auch an den vorgeschriebenen Abstandsregeln.

Umsätze bleiben unter dem Niveau vor der Krise

Er kann nur jeden zweiten Tisch besetzen und wegen der Hygieneauflagen auch kein Frühstücksbuffet anbieten. „Das ist ein wichtiges Standbein, das jetzt erst einmal wegfällt.“ An einem Sonntag zählt er sonst gut und gerne 120 Frühstücksgäste außerhalb des Hotels.

Damit ist er nicht allein: Viele Gastronomen müssen sich wegen der strengen Hygiene- und Abstandsregeln in den kommenden Monaten auf geringere Umsätze einstellen.