Konjunktur Regional Wirtschaft

Stabile Konjunktur im Münsterland

Die Wirtschaft im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region fährt weiter auf Wachstumskurs, schaltet jedoch einen Gang zurück. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. Fachkräftemangel, Handelskonflikte, steigende Roh- und Energiestoffpreise, aber auch politische Unsicherheiten drücken die Stimmung der Unternehmen spürbar. „Das bisherige Wachstumstempo wird nicht zu halten sein“, schlussfolgerte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Münster. Das Ende des Aufschwungs ist aber nicht in Sicht. Jaeckel: „Denn nach wie vor sind die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte intakt.“

Leichter Stimmungsumschwung

Im IHK-Konjunkturklimaindikator ist der Stimmungsumschwung sichtbar. Der Wert, in dem die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten Monate zusammengefasst werden, fällt von 135 Punkten zum Jahreswechsel auf jetzt 125 Punkte. „Damit liegen wir aber immer noch neun Punkte über dem langjährigen Durchschnitt“, unterstrich Jaeckel die insgesamt gute Gesamtverfassung der Wirtschaft in Nord-Westfalen.

Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen.

„Derzeit laufen die Geschäfte rund“, fasste Jaeckel die Bewertungen der aktuellen Geschäftslage zusammen. 96 Prozent der Unternehmen beurteilen sie mit „gut“ oder „befriedigend“, nur ganz wenige sind nicht zufrieden. Als „herausragend“ bezeichnete der IHK-Hauptgeschäftsführer die Lage der Bauwirtschaft, „die sich vor Aufträgen kaum retten kann“. Die Geschäftslage wird von der Branche sogar noch besser beurteilt als vor einem halben Jahr.

Polster bis zum Jahresende

Auch in Handel, Industrie und im Dienstleistungssektor ist die Zufriedenheit der Unternehmen mit den laufenden Geschäften nach wie vor groß, wenngleich die Spitzenwerte nicht ganz erreicht werden. Während der Handel weiter auf den unverändert robusten privaten Konsum bauen könne, bewege sich die Industrie bereits in unruhigerem Fahrwasser. Jaeckel: „Noch ist die Auftragslage in der Industrie insgesamt gut, das Polster dürfte bis zum Jahresende reichen. Doch die Luft wird dünner.“

Die Konjunktureinschätzung der IHK stützt sich auf eine repräsentative Befragung von 500 Unternehmen im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region mit rund 95.000 Beschäftigten. Die Umfrage wurde im August und September durchgeführt.