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Studie: Immobilienmarkt boomt weiter

Teures Pflaster: In der Bankenmetropole Frankfurt ziehen die Preise weiter an. Foto: Getty Images

Der Immobilienmarkt in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland folgt den bundesweiten Trends und wird entsprechend von den Folgen der Corona-Pandemie beeinflusst. Das zeigt sich insbesondere in den steigenden Kauf- und Mietpreisen am Wohnungsmarkt. Selbst in Frankfurt ziehen diese trotz des hohen Niveaus weiter an. Während die Kaufpreise im Jahresvergleich noch stärker zunehmen als 2019, hat sich der Mietanstieg verlangsamt. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie der DZ HYP „Immobilienmärkte in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland 2021/2022“.

Gegenstand der Untersuchung sind die Segmente Einzelhandel, Büro und Wohnen an zehn Standorten, die die wirtschaftliche und demografische Bandbreite der drei Bundesländer repräsentieren. Dies sind die Oberzentren Gießen, Fulda, Kassel, Kaiserlautern, Trier und Saarbrücken sowie das Rhein-Main-Gebiet mit den Städten Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden. Ralf Streckfuss, Leiter Immobilienzentrum Frankfurt bei der DZ HYP erläutert: „Die betrachteten Städte in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Dynamik, Bevölkerungswachstum, Charakter und wirtschaftlicher Entwicklung erheblich voneinander. Die Corona-Pandemie hat bisherige Tendenzen in den Segmenten Einzelhandel, Büro und Wohnen allerdings nahezu überall verstärkt.“ So profitierten Städte mit hoher Lebensqualität, relativ günstigen Wohnungsmärkten und guter Erreichbarkeit beispielsweise vom vermehrten Arbeiten zuhause.

Immobilienmarkt nicht einheitlich

Im Einzelhandel hingegen sinken die Spitzenmieten unter anderem wegen des boomenden Online-Handels. Die Büromieten wiederum blieben 2021 trotz Homeoffice, flexibler Arbeit und zunehmender Digitalisierung stabil. Die betrachteten Standorte weisen insgesamt aber spürbare Unterschiede hinsichtlich ihrer jeweiligen Marktdynamik auf. Der Immobilienmarkt entwickelt sich mithin nicht einheitlich.

Der innerstädtische Einzelhandel hat sich nicht nur durch das boomende Online-Shopping verschlechtert. Auch das verlangsamte Bevölkerungswachstum sowie das coronabedingt schwächere Geschäftsreisen- und Tourismusgeschäft machen sich bemerkbar. Zudem reduzierte die Homeoffice-Nutzung die Zahl der Pendler, die in der City einkaufen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass durch die bereits wieder sichtbar gestiegenen Passantenzahlen in der zweiten Jahreshälfte 2021 höhere Umsätze und ein erfreulicheres Weihnachtsgeschäft erzielt werden. Die Herausforderungen für den Innenstadthandel werden die Pandemie aber überdauern.

In allen untersuchten Städten sind die Spitzenmieten im Einzelhandel gesunken. Der Mietrückgang fällt aufgrund der verschiedenen Charakteristiken der einzelnen Standorte jedoch unterschiedlich aus. Er reicht von rund 2 Prozent in Frankfurt bis zu gut 18 Prozent in Gießen. Eher geringe Abschwächungen sind auch in Kassel und Trier zu verzeichnen. In den übrigen sieben Städten gaben die Spitzenmieten zwischen 7 und 13 Prozent nach. Das Mietniveau reicht somit von unter 50 Euro je Quadratmeter in Fulda bis zu 125 Euro je Quadratmeter in Wiesbaden. Am Top-Standort Frankfurt lag die Spitzenmiete zur Jahresmitte 2021 bei 280 Euro je Quadratmeter. Der derzeitige Mietrückgang wird sich trotz des beginnenden Strukturwandels im innerstädtischen Einzelhandel voraussichtlich weiter fortsetzen.