Aktuell Regional Unternehmen Wirtschaft

Unternehmer sind besorgt

Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU bereitet auch regionalen Unternehmen Sorgen. Foto: Pixabay

Ungeregelter Brexit Großbritanniens würde exportstarke Industrie hart treffen

ünsterland. Für jedes zweite Industrieunternehmen im Münsterland stellt der Brexit ein zentrales Konjunkturrisiko dar. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen zur Abstimmung im britischen Unterhaus am 14. Januar erhoben hat. Nach wie vor ist unklare, ob und in welcher Form Großbritannien aus der Europäischen Union austreten wird. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel hofft, dass es zu keinem harten Brexit kommt: „Ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU würde vor allem die exportstarke Industrie im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region empfindlich treffen.“

Die nord-westfälische Industrie erzielt über 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. „Dabei ist Großbritannien einer der wichtigsten Handelspartner“, betont Jaeckel. Rund 500 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk exportieren jährlich Waren für etwa 1,6 Milliarden Euro nach Großbritannien. „Das sind fast zehn Prozent des gesamten Auslandsumsatzes“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Insgesamt erzielte die Industrie 2017 einen Auslandsumsatz von knapp 18 Milliarden Euro.

Hoffen auf geregelten Brexit

„Ohne Austrittsabkommen würde der Handel mit Großbritannien für alle Beteiligten deutlich komplizierter und die Waren letztendlich teurer“, fasst Jaeckel die Auswirkungen zusammen. Bundesweit würden zusätzlich Millionen an Zollanmeldungen und Milliardenbeträge an Zöllen fällig. Zudem würden Just-in-Time Produktionen und Lieferketten unterbrochen. Probleme sieht Jaeckel auch auf die Unternehmen aus der Region zukommen, die Werke in Großbritannien haben: „Einfach mal schnell Experten mit Spezialwerkzeug für eine wichtige Reparatur nach Großbritannien zu entsenden wird dann nicht mehr so einfach sein.“

Der IHK-Hauptgeschäftsführer setzt weiterhin auf einen geregelten Brexit auf Basis des Austrittsabkommens. Nur dann halte sich zumindest der wirtschaftliche Schaden in Grenzen, die Warenströme könnten weiter fließen. „Besser für die Wirtschaft der Region und in ganz Europa wäre allerdings, wenn Großbritannien in der EU bleiben würde“, betonte Jaeckel.

Die IHK Nord Westfalen offeriert in ihrem Internetangebot eine Checkliste, mit der die Unternehmen mögliche Auswirkungen des Brexits auf sämtliche Unternehmensbereiche überprüfen können (www.ihk-nordwestfalen.de). Die Online-Checkliste zeigt alle möglichen Aspekte, die zu berücksichtigen sind: vom Warenverkehr und dem Steuerrecht bis hin zu Zöllen.