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Vom Mond bis zur Camorra

Live-Music vom Feinsten, klassische Konzerte an ungewöhnlichen Plätzen, mit exzellenten jungen Musikerinnen und Musikern. Auch die 17. Mommenta Münsterland, die die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit mit Unterstützung der VR-Bank Westmünsterland und der Münsterländischen Bank Thie & Co veranstaltete, begeisterte das Publikum in Konzert-„Sälen“ der außergewöhnlichen Art.

Vier Unternehmen und eine Kapellengemeinde waren großzügige Gastgeber für faszinierende Musikerlebnisse und luden in der Konzertpause zu leckerem Fingerfood und einem guten Tropfen ein.

Konzertgäste wurden verwöhnt

„Auch diesmal“, so Dr. Susanne Schulte, Leiterin der GWK und der Mommenta, „war es diese ganz spezielle Kombination, die die Mommenta-Konzerte zum Zünden bringt: Herausragende Künstler, die Preisträger der GWK und renommierter Wettbewerbe sind, suchen für den Abend faszinierende Stücke aus; die Gastgeber inszenieren ihre Locations so geschmack- wie liebevoll und verwöhnen die Konzertgäste kulinarisch.

So entsteht eine ungezwungene und sehr aufgeschlossene Konzertatmosphäre. Kein Wunder, dass sich auch die Interpretinnen und Interpreten durch solche Spielorte und ihr besonders aufmerksames Publikum ganz besonders inspiriert fühlen.“

Zum langjährigen Förderengagement seines Hauses bemerkt Dr. Wolfgang Baecker, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland: „Wir freuen uns, dass die Mommenta immer wieder aufs Neue höchst attraktiv ist. In diesem Jahr waren sogar drei der fünf Konzerte schon kurz nach Beginn des Vorverkaufs ausverkauft. Das ist auch deshalb besonders schön, weil zur Mommenta außer den klassischen Konzertbesuchern zahlreiche Menschen kommen, die noch niemals in einem klassischen Konzert waren. Sie waren neugierig und offen und haben garantiert etwas Tolles für sich entdeckt.“

Ergreifendes Konzert zum Auftakt

An einem lauen Vollmondabend drehte sich zum Auftakt der Mommenta alles um den Mond. Die Bürgerstiftung Rosendahl und die Kapellengemeinde Höpingen waren Gastgeber für „Lunaris“, ein ergreifendes Konzert in dem intimen Kirchenraum der Höpinger Kapelle in Rosendahl-Darfeld. Inspiriert von den verschiedenen Phasen des Erdtrabanten, beschworen zwei Ausnahmevirtuosen, die deutsch-niederländische Blockflötistin Anna Stegmann und der Katalane Jorge Jiménez an Barockvioline und Fidel, musikalisch die menschlichen Gefühle und Stimmungen, die mit den Gesichtern des Mondes korrespondieren.

Mit eindringlichen Werken aus dem Mittelalter, aus Renaissance, Barock und unserer Gegenwart ließen sie einen erhebenden Klangkosmos entstehen, in dem die gesamte Musik pure Gegenwart wurde und die Zeit aufgehoben schien. Begeisterte Ovationen des Publikums, das die Kirchenbänke bis auf den letzten Platz füllte.

In die Welt des Tango entführt

Vitalität und Furor, Erotik und Melancholie auf der Bühne von AS Drives & Services in Reken: In die Welt des Tango Nuevo und der New Yorker Camorra entführte das Ensemble 87 inmitten von illuminierten Werkzeugen, Maschinen und Getrieben, die bei dem innovativen Instandhalter von Industrieantrieben in Reparatur waren.

Das Ensemble 87, das mit vier klassischen Saxophonisten, einem Akkordeonisten und einem Pianisten in weltweit einmaliger Besetzung spielt, hat sich Astor Piazzollas „La Camorra“-Suite und seine „Suite del Angel“ auf den Leib arrangiert. Sein musikalischer Lebensbogen von der mafiösen Unterwelt über den Tanz des Engels, der die Milonga betörend tanzt, um die Seelen der Menschen zu retten, über seine grausame Ermordung bis hin zu seiner strahlenden Auferstehung riss die ausverkaufte Halle mit.

Konzert bei WestLotto in Münster

Einen stillen, dabei hoch intensiven, romantisch-traumhaften Abend bot der erst 21-Jährige Pianist Jun-Ho Yeo im „Traumsaal“ von WestLotto in Münster. In dem öffentlich sonst nur selten zugänglichen Veranstaltungsraum des staatlichen Lotterieanbieters, in dem bis vor 20 Jahren 800 Frauen die Lottoscheine manuell ausgewertet haben, begeisterte der gebürtige Münsteraner, der in Hannover studiert und der in bedeutenden Häusern schon Soloabende gibt.

Meisterhaft malte er in seinem Programm „Miroirs – Spiegel“ mit Ravels „Miroirs“, Chopins Nocturnes, Schuberts a-Moll-Sonate und Schumanns „Kinderszenen“ romantische und impressionistische Bilder des Lebens, einfühlsam und zart wie ungestüm stürmisch und sehnsuchtsvoll. Ein voller Saal dankte dem Rising Star mit stürmischem Applaus.

Clara Haskil Trio verzaubert Publikum

Im Trendcenter von Parador in Coesfeld stehen normalerweise Produkte zur Boden-, Wand- und Deckengestaltung im Zentrum. Für den Mommenta-Abend mit dem Clara Haskil Trio hatten die Gastgeber den Raum in einen atmosphärisch dichten Konzertsaal mit Zuschauertribüne umgebaut. Hier verzauberten die drei Virtuosinnen mit Highlights der romantischen Musik den voll besetzten Saal.

Mendelssohns Trio für Klavier, Violine und Violoncello in c-Moll, Schumanns Klaviertrio in d-Moll sowie Mendelssohns „Lied ohne Worte“ Nr. 1 in Es-Dur, das das Trio wunderbar eingängig für seine Formation arrangiert hatte, standen auf seinem Programm „Ohne Worte“.

Wohl jeden und jede, die es erlebten, überzeugte das hochmusikalische und leidenschaftliche Spiel des Clara Haskil Trios davon, dass Musik, wie Mendelssohn behauptete, die Seele und die Gedanken mehr erfülle als tausend Worte. Dicker Applaus am Ende eines beglückenden Konzertabends.

Percussion für das Abschlusskonzert

Ein spannender Kontrast dazu das Abschlusskonzert der Mommenta Münsterland 2019. Percussion at its best und eine coole Show auf einer mit Schlaginstrumenten überbordend bestückten Bühne elektrisierte die Mommenta-Gäste bei Ferro Umformtechnik in Stadtlohn.

In einer festlich illuminierten Werkshalle des Technologieführers der Blechbearbeitung gastierte das innovative Schlagzeug-Ensemble Repercussion mit seinem hinreißenden Programm „Beat!“. Klassisch ausgebildet und in ihrem „anderen Leben“ Mitglieder namhafter Sinfonieorchester, spielten die vier Multipercussionisten, die auch Gegenstände ihrer Umgebung zu Schlagwerk machen, Klassiker der Schlagzeugliteratur, neue Kompositionen und eigene Arrangements, auch spontan an der Konzertlocation Improvisiertes.

Verwunderung, Bewunderung, ungestümer Applaus – und man verabschiedete sich gelöst und hochgestimmt: Dann bis zur Mommenta Münsterland 2020 und neuen, ganz besonderen Momenten, jenen mit dem doppelten „m“.