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Weniger Insolvenzen trotz schwächerer Konjunktur

Retungsring für Unternehmen
Die schwächer werdende Konjunktur wird nicht dazu führen, dass mehr Unternehmen einen Rettungsring brauchen, glaubt der BVR. Foto: Pixabay

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) geht in seinem aktuellen Konjunkturbericht davon aus, dass sich hierzulande der langjährige Abwärtstrend bei den Unternehmensinsolvenzen fortsetzen wird. Demnach dürfte die Zahl der Insolvenzen 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent auf 18.700 Fälle sinken, dem niedrigsten Stand in Deutschland seit 1993.

„Der Konjunkturausblick – wir gehen für 2019 von einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent aus – ist derzeit zwar getrübt, ein Abgleiten der deutschen Wirtschaft in eine Rezession ist aber eher unwahrscheinlich“, so BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin. Zuletzt sei das Insolvenzgeschehen in Deutschland stärker durch strukturelle als durch konjunkturelle Faktoren beeinflusst worden. „Dass sich die strukturelle Verfassung der Wirtschaft in der Vergangenheit merklich verbessert hat, ist beispielsweise an den steigenden Eigenkapitalquoten der Unternehmen ablesbar. Selbst im Fall einer gesamtwirtschaftlichen Stagnation rechnen wir 2019 mit einer leichten Abnahme der Insolvenzen um 1,6 Prozent“, so Martin weiter.

Auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) werde in diesem Jahr wohl keine Auswirkungen auf das Insolvenzgeschehen haben. Steigende Zinsen können für ertragsschwache Unternehmen grundsätzlich eine Herausforderung darstellen. Jedoch sei es nach den jüngsten Äußerungen des EZB-Rats nahezu ausgeschlossen, dass die Notenbank bereits 2019 bei den Leitzinsen eine Wende vollziehen wird. Auch dürfte ein Anstieg der Leitzinsen sehr behutsam erfolgen. „Steigende Zinsen bergen auch mittelfristig weniger Risiken als vielfach angenommen, da die Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Bilanzqualität insgesamt merklich verbessert haben“, erläutert Martin.

Grundlage für die aktuelle Insolvenzprognose des BVR ist die Annahme, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2019 um 0,8 Prozent steigen wird und dass die Bilanzqualität der Unternehmen auf dem zuletzt erreichten hohen Niveau verharrt.